Besonderer Dauergast

Bei Homanns wächst ein Riesenbovist im Garten

ASCHEBERG. „Er ist wieder da“ sagt Hans-Werner Homann schmunzelnd und weist auf das weiße kugelige Gebilde, das sich zwischen grünen Efeublättern in die Höhe reckt. Seine Haut makellos glatt. Fast zumindest. „Irgendwie hat er einige Macken bekommen, vielleicht waren es die Vögel“, mutmaßt der Ascheberger Hobbygärtner.

Was sich hier in seinem Garten breit macht, ist eigentlich eine Seltenheit und gar nicht so leicht zu finden. Es ist ein Riesenbovist. Sein Durchmesser liegt jetzt schon bei rund 20 Zentimetern. Und er ist längst nicht ausgewachsen.

„Auf einmal war er wieder da“.  Fast  könnte man hier schon sagen: Alle Jahre wieder. Denn seit drei Jahren ist diese Rarität in den Sommermonaten quasi Dauergast im Homannschen Garten.  Seit dem ersten Erscheinen taucht er jedes Jahr wieder auf. Ohne Vorankündigung. „So wie beim ersten Mal, da war er auch auf einmal da. Als ich ihn das erste Mal oben vom Balkon aus gesehen habe, da dachte ich ja noch es liegt ein Ball im Beet“, verrät Hans-Werner Homann. Besagter Ball entpuppte sich bei näherem Hinschauen jedoch als eine Pilzart, die wie gesagt nicht so häufig zu finden ist.

Eine berechtigte Frage

Wie sie in den Ascheberger Garten gelangte? Mit seiner Vermutung, dass dieser Pilz sich durch Sporen angesiedelt haben könnte, liegt der Ascheberger schon ziemlich richtig.

Neugierig geworden haben wir da extra noch einmal recherchiert. Denn das haben auch unsere Recherchen ergeben. Demnach produziert jeder Fruchtkörper über sieben Billionen Sporen, was ihn zum vielleicht fruchtbarsten aller Pilze macht. Riesenboviste wachsen übrigens von Juni bis September vornehmlich auf Wiesen, Weiden und lichten Wäldern (aufgelockerte Kiefernwälder auf eher trockenen Standorten). Charakteristische Standorte sind vor allem alte Streuobstwiesen. Aber durchaus siedeln sich diese Exemplare, die einen Durchmesser von 50 Zentimetern und mehr erlangen können, auch mal im heimischen Garten an. Nicht oft. Aber manchmal.

Nun kommt die alles entscheidende Frage: Ist dieser Pilz essbar? Hans-Werner Homann ist ehrlich. „Keine Ahnung, da habe ich mich noch nicht mit beschäftigt. Ich esse ihn nicht.“  Doch unsere Recherchen ergaben: Riesenbovisten sind essbar. Mit so einem Riesenbovisten kann man sogar glatt eine ganze Familie satt bekommen. Mehrere Infos findet Ihr übrigens auch hier.

Also, der „Dauergast“ im heimischen Garten ist schon etwas Besonderes. Vor allem, weil er sonst eher wiegesagt, wenn überhaupt auf Wiesen zu finden ist.

Die Homanns freuen sich auf jeden Fall darüber, dass der weiße Riesenbovist auch in diesem Jahr wieder ihren Garten ziert. Denn er bietet schon einen wirklich ungewöhnlichen Anblick. Tina Nitsche

Eine Antwort auf „Besonderer Dauergast“

  1. Nur schneeweiße, junge, straffe Riesenboviste eignen sich zum Verzehr. Nur wenn der Bovist pilzig , frisch riecht und im Inneren keine dunklen Verfärbung zeigt, sollte man ihn essen.
    Lecker als Gulasch , Vegetarische Schnitzel 👍🥂

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