Auf dem Aaland weht ein bisschen Kirmesflair

Pferderennbahn im heimischen Garten

ASCHEBERG. Eigentlich hätten die meisten von uns etwas vor an diesem Wochenende. Doch was tun die Ascheberger, wenn die heißgeliebte Jacobi-Kirmes nicht kommen kann? Ganz einfach: „Wir holden sie zu uns!“ sagen da ein paar echt eingefleischte Kirmesfans vom Aaland.

Ihrem Vorsatz ließen Dirk Thies, seine Frau Sabine, die Kinder Luca und Louis dann auch Taten folgen. „Ich bin dann mal weg“, erklärte Dirk Thies seiner Frau. Wohin? Zum Baumarkt. Denn Dirk Thies hatte einen Plan. Zu einer echten Kirmes gehören Spielgeschäfte. Vor allem dann, wenn man wie er, langjähriges Mitglied der legendären „Bermudatruppe“ ist und zu den eingefleischten Kegelzehnkämpfern gehört.
Und da gibt es ein Geschäft, „was wir immer ansteuern“, so Thies. Waldo Parpalionis Pferderennen. Da das in diesem Jahr Corona bedingt nicht möglich ist, hat Dirk Thies ein paar Baumaterialien eingekauft und fertigte im heimischen Garten mit der Unterstützung seiner Familie eine Pferderennbahn. 1,80 Meter misst sie in der Länge, in der Breite bringt es das Werk auf einen halben Meter.

„Natürlich fehlt die Elektronik“, so Thies. Aber kreative Menschen wissen auch damit umzugehen. So kreierte er eine Bahn, die über 10 Löcher verfügt. Der Pferdekopf am Ende macht deutlich, welches Spiel hier gespielt wird. Aus Katzenspielzeug fertigte die Familie die Kugeln, die in besagte Löcher versenkt werden müssen. Sohn Luca und Ehefrau Sabine griffen zu Pinseln und Farbe und verpassten dem Werk den entsprechenden Anstrich. Am Samstag heißt es dann im Thiesschen Garten: „Na, wo laufen sie denn?!“   Der Spruch, den Schausteller Waldo Parpalioni immer auf den Lippen hatte, um in Ascheberg seine Gäste zum Spiel zu animieren. „Und der darf dann bei uns natürlich nicht fehlen“, erklärt Sabine Thies schmunzelnd.

Der Mandelexperte

Ebenso wenig wie der Duft frisch gerösteter Mandeln. Und da genau kommt Nachbar Lars Israel ins Spiel. Seines Zeichens übrigens nicht nur erklärter Kirmesfan, sondern auch Hobbybäcker. „Mandeln, die dürfen auf keiner Kirmes fehlen“, gibt er zu. Er selber steuert dazu in Ascheberg immer Hoppes Mandelstand an. Und da lässt er sich nicht nur einfach die Mandeln auf der Zunge zergehen. Nein, da gerät man auch gerne mal ins Fachsimpeln. Über die Herstellung der süßen Köstlichkeit zum Beispiel. Und wie heißt es so schön? Übung macht den Meister.

Mittlerweile hat der Ascheberger sein Rezept richtig ausgefeilt. Das Resultat: „Sie reichen fast dran an die Hoppe-Mandeln“, bestätigen die Nachbarn, die selbstverständlich schon eine Kostprobe genießen durften. Für das kleine private Kirmesvergnügen hat Lars Israel schon einmal alles vorbereitet. Der Duft frisch gebrannter Mandeln dominiert die Küche. Anschließend werden sie ganz Kirmeslike in Tüten abgefüllt. Damit ist der Punkt Kirmesschnökerein auch schon einmal von der To-Do-Liste gestrichen.

Lars Israel sorgt für die typische Kirmesschnökerei, die auf keiner Kirmes fehlen darf: Gebrantte Mandeln. Fotos: Tina Nitsche

Neben Pferderennen und Mandeln darf auch das Dosenwerfen nicht fehlen. Hier hat Theo Sellinghoff schon die Dosen geliefert. Weitere geplante Spiele für den Kirmessamstag sind außerdem Kerzen mit Wasser ausschießen und Ballonwerfen. Auf dem Aaland steigt somit die Vorfreude. Denn Kirmes hat hier einen hohen Stellenwert. So hoch, das sogar der Jahresurlaub immer entsprechend geplant wird.

Auch in diesem Jahr. „Nur bei den Urlaubsplanungen konnten wir ja noch nicht wissen, dass es in diesem Jahr keine Kirmes gibt.“ Dem ist leider so. Sabine und Dirk Thies haben trotzdem Urlaub. Und hatten damit die Zeit, um den individuellen Kirmesplan in die Tat umzusetzen. Und dazu gehören natürlich auch flotte Sprüche. Normalerweise geben diese die Rekommadeure an den Fahrgeschäften zum Besten. „Ein Karussell haben wir zwar nicht, aber die entsprechenden Animationssprüche haben wir uns schon besorgt“, so Dirk Thies lachend. Die Aaländer sind somit vorbereitet, für eine kleine aber feine Kirmes im heimischen Garten. Mit zugegebenermaßen einer nur ganz kleinen elitären Besucherauswahl, aber immerhin. Sie haben es, wie übrigens auch einige andere Ascheberger, die ebenfalls das Kirmeswochenende mit Aktionen und Unternehmungen würdigen, hinbekommen, dass am Samstag ein bisschen Kirmesflair zumindest in den heimischen Garten gezaubert wird. Tina Nitsche

Das Pferd macht deutlich, welches Spiel hier am Samstag gespielt wird. Foto: Tina Nitsche

 

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