„Die Bürger mit einbeziehen“

Drei Fragen an Thomas Stohldreier

Am 13. September sind die hiesigen Kommunalwahlen. Dabei wird in der Gemeinde Ascheberg auch das Amt des Bürgermeisters neu besetzt. Mit Thomas Stohldreier und Monika Verspohl gehen für die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Wir haben beiden Kandidaten unabhängig voneinander drei Fragen gestellt. Wie Thomas Stohldreier diese Fragen beantwortet, das lest Ihr hier:

 

DAHeim: „Wie können Sie sich eine Transparenz bei Verwaltungsabläufen für Bürger vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Ich glaube, es wird zukünftig immer wichtiger, dass wir über verschiedene Kanäle informieren. Da reicht die Zeitung alleine nicht aus. Wenn wir die Informationen über viele verschiedene Kanäle fließen lassen, dann können wir die Bevölkerung im Vorfeld mitnehmen. Damit erzielen wir die besten Ergebnisse, die dann auch von einem Großteil der Bürgerinnen und Bürger akzeptiert werden. Zudem können wir auf diese Weise dann auch immer mal wieder vorstellen, was wir vorhaben.

Weiterhin würde ich mich dafür einsetzen, die Sitzungen im Rathaus zu streamen. Denn auch da können wir die Bevölkerung mitnehmen und an unseren Planungen teilhalben lassen. Die Bürgerinnen und Bürger könnten dann die Sitzungen ganz bequem vom Sofa aus verfolgen und würden auf diese Weise ganz viel mitbekommen.“

 

DAHeim: „Wie möchten Sie zukünftig das Wohnen und Arbeiten in der Gemeinde gestalten?“

Thomas Stohldreier: „Beim Thema Wohnen steht für mich fest, dass wir in allen drei Ortsteilen Bauplätze und auch bezahlbaren Wohnraum schaffen müssen. Ebenso müssen wir uns um die Frage kümmern, wie wir erreichen können, dass ältere Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten ihr Haus gegen eine bezahlbare Wohnung zu tauschen, wenn sie sich verkleinern möchten. Das kann dann auch eine Riesenchance sein, um nicht nur auf die Erschließung neuer Baugebiete zu setzen. Vielmehr hätten wir da dann auch eine Nachnutzung im Blick.

Wichtig ist mir außerdem, dass es ein Wohngruppenangebot für pflegebedürftige Senioren in Davensberg gibt, damit auch sie in ihrer Heimat bleiben können. Wir müssen da auf diesem Sektor mehr tun, da unsere Gesellschaft älter wird.

Wenn es um das Stichwort Arbeit geht, haben wir glücklicherweise in der Gemeinde einen guten Branchemix. Der hat uns gut durch die Krise geführt und ich hoffe, dass das so bleibt. Deshalb ist es wichtig gute Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen. Dazu zähle ich u.a. Erweiterungsmöglichkeiten, aber auch den Ausbau von Kooperationen wie sie derzeit bspw. mit der Profilschule bestehen. Ganz wichtig ist es ferner, eine Verlässlichkeit bei den Steuern zu haben.

Die Schaffung einer guten Infrastruktur ist ein weiterer Punkt. Da sind wir dabei, zum Beispiel bei der Profilschule. Zudem muss die Mobilität angepasst werden. Dazu planen wir im November eine Mobilitätsbefragung, um ein Mobilitätskonzept erstellen zu können, aber auch mehr Möglichkeiten für Bus- und Radverkehr zu schaffen. Das ist für alle Gesellschaftsschichten wichtig.

Weiterhin bin ich mir sicher, dass es künftig mehr Homeoffice-Arbeitsplätze geben wird, da können wir uns in der Gemeinde bereits über eine gute Struktur freuen. Denn hier liegt schon überall Glasfaser und wir müssen da vor allem schauen, dass wir auf dem neuesten Stand bleiben.

Als weiteren Punkt möchte ich noch auf die Einführung der E-Akte verweisen, um so Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen.“

 

DAHeim: „Welche Projekte könnten Sie sich zum Thema Umwelt-/Klimaschutz in der Gemeinde Ascheberg vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Da geht es um Mobilität aber auch um E-Bike- und Car-Sharing. Vielleicht kann dafür dann der Zweitwagen wegfallen. Dieser Sektor ist ein zartes Pflänzchen, damit müssen wir behutsam umgehen. Um die E-Mobilität weiter fördern zu können, benötigen wir vor allem eine andere Lade-Infrastruktur.

Eine wichtige Rolle spielen da weiterhin die Fahrrad-Poller, die für alle drei Ortskerne entwickelt werden. Es gibt schon einen Prototyp. Denn so können die Bürgerinnen und Bürger ihre Fahrräder sicher anketten, was auf der anderen Seite dann vielleicht auch viele animiert, den Weg in den Ortskern mit den Fahrrad zurückzulegen, wenn sie Besorgungen machen möchten.

Ein nachhaltiges DAH ist in meinen Augen die Keimzelle für gute Ideen. Damit die dann umgesetzt werden können, benötigen wir einen gewissen Haushaltsansatz.  Gute Rahmenbedingungen führen zu guten Ergebnissen. Ebenso wenn man Projekte gemeinsam anpackt. Will heißen, wenn wir die Menschen an Projekten beteiligen, anstatt sie von oben vorzugeben.

Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich ferner den papierlosen Rat vorschlagen und auch schauen in welchen Bereichen wir noch auf Papier verzichten können. Da gibt es sicherlich noch so einiges an Potential.“

Foto / Interview: Tina Nitsche

 

„Gespräche mit Bürgern sind unerlässlich“

Drei Fragen an Monika Verspohl

Am 13. September sind die hiesigen Kommunalwahlen. Dabei wird in der Gemeinde Ascheberg auch das Amt des Bürgermeisters neu besetzt.

Mit Thomas Stohldreier und Monika Verspohl gehen für die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Wir haben beiden Kandidaten unabhängig voneinander drei Fragen gestellt. Wie Monika Verspohl diese Fragen beantwortet, das lest Ihr hier:

DAHeim: „Wie können Sie sich eine Transparenz bei Verwaltungsabläufen für  die Bürger vorstellen?“

Monika Verspohl: „Ich möchte möglichst alle Menschen in Ascheberg, Davensberg und Herbern erreichen. Dafür gibt es verschiedene Wege. Einfach und unkompliziert ist z. B. ein digitaler Newsletter, der Bürgerinnen und Bürger u. a. über aktuelle Vorgänge/Themen in der Verwaltung, Ratsbeschlüsse und Termine in den drei Orten informiert.

Darüber hinaus ist eine gute Pressearbeit nötig und eine Homepage der Gemeinde, die Prozesse und Planungen der Verwaltung transparent und übersichtlich darstellt. Und bei wichtigen Entscheidungen sind aus meiner Sicht Gespräche mit den betroffenen Bürgern und Bürgerinnen unerlässlich – sei es nun in einer kleinen Runde in Sprechstundenform oder bei einer größeren Versammlung.“

 

DAHeim : „Wie möchten Sie zukünftig das Wohnen und Arbeiten in der    Gemeinde gestalten?“

Monika Verspohl: „Zunächst einmal ist es wichtig, dass es für jede Lebenssituation und jeden Geldbeutel passenden Wohnraum gibt. Das lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen – neuer Wohnraum kann sowohl in Neubaugebieten als auch im Bestand durch Um- und Ausbau entstehen. Dafür möchte ich gerne eine kommunale Beratungsstelle schaffen, an die sich Bürgerinnen und Bürger beim Thema Wohnen wenden können, z. B. wenn ihr Einfamilienhaus zu groß geworden ist und sie es gerne zu einem Zweifamilienhaus umbauen würden.

Beim Aspekt Arbeit ist es von essenzieller Bedeutung, die ortsansässigen Unternehmen zu unterstützen und ihnen gerade jetzt in der Krise zu helfen. Außerdem muss die Gemeinde ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben.“

 

DAHeim: „Welche Projekte könnten Sie sich zum Thema Umwelt-/Klimaschutz in der Gemeinde Ascheberg vorstellen?“

Monika Verspohl: „Ich denke, dass es eine Mischung aus kleinen, leicht umzusetzenden Maßnahmen und größeren, langfristig anlegten Projekten sein muss. Mehr Grünflächen für Artenvielfalt und eine grüne Verwaltung, die in Sachen Umweltschutz mit gutem Beispiel vorangeht, sind recht schnell zu realisieren.

Größere Ziele sind z. B. eine Stärkung des Fahrradverkehrs sowie des ÖPNV, um Autofahrten so gut es geht überflüssig zu machen, sowie der Ausbau von Photovoltaik-, Solar- und Windkraftanlagen zur Energiegewinnung.“

 

Foto/Interview: Tina Nitsche

Die Bürgermeisterkandidaten im Duell beim JRK in Herbern

Jugendliche laden ein

HERBERN. Im Rahmen der Kommunalwahl am 13. September steht auch die Bürgermeisterwahl an. Mit Monika Verspohl und Thomas Stohldreier sind zwei Kandidaten in der Gemeinde Ascheberg aufgestellt. Beide wollen in die Fußstapfen von Dr. Bert Risthaus treten. Am Donnerstag folgten die Anwärter der Einladung des Jugendrotkreuzes (JRK) am neuen Standort des DRK im Jochen Klepper Haus. Jugendrotkreuzleiter Peter Koch führte durch den Abend.

Die Jugendlichen hatten sich perfekt auf den Besuch vorbereitet. Fragen wie: Warum gibt es einen Seniorenrat aber Jugendliche werden nicht angehört? Welches Emoj mögen Sie am liebsten  und  was beide Kandidaten in der Gemeinde verändern wollen wenn sie das Amt des Bürgermeisters bekleiden brannte den Jugendrotkreuzlern ebenfalls auf den Nägeln.

Daumen hoch und ein Smiley für die Kandidaten

Während Thomas Stohldreier am liebsten den „Daumen hoch- Emoji“ betätigt verriet Monika Verspohl das ihr Favorit der lachende Smiley ist.  Beide Kandidaten wollen den Jugendlichen auch in Zukunft mehr Gehör geben und die Busverbindungen in die umliegenden Städte und Gemeinden soll verbessert werden.  „Wir müssen auch in Zukunft eine attraktive Gemeinde bleiben“, sagte Stohldreier.  Monika Verspohl verriet, dass ihr Nachhaltigkeit sehr wichtig ist aber sie auch hier noch viel lernen kann. „Ich versuche schon so gut es geht auf Plastik zu verzichten. Aber bei diesem Thema lernt man nie aus.“

Ein Unentschieden für Stohldreier und  Verspohl

Ein besser oder schlechter gab es an dem Abend nicht, beide Kandidaten präsentierten sich souverän und Bürgernah. Stohldreier wie Verspohl gingen auf die Fragen der Jugendlichen ein und gaben viel persönliches preis. Thomas Stohldreier hat zum Beispiel immer seinen Organspenderausweis dabei und Monika Verspohl hat schon dreizehn mal Blut gespendet. Beide lobten den Einsatz der Ehrenamtlichen und das politische Interesse der Jugendlichen.

Am Ende des Duells konnte sich jeder sein eigenes Urteil bilden und diejenigen die schon wählen dürfen sollten ihre Stimme in zwei Wochen abgeben.Isabel Schütte

Madonna wurde wieder aufgehübscht

Ewald Gausepohl hat bereits zum zweiten Mal der Madonnen-Statue im Garten des Malteserstiftes zu neuem Glanz verholfen. Foto: Schütte

HERBERN. Seit vergangener Woche erstrahlt die Madonnen-Figur im Garten des Malteserstiftes St. Benedikt wieder im neuen Glanz. Malermeister Ewald Gausepohl hatte sich dieses Projekts angenommen.

Vor dreißig Jahren habe ich die Madonna schon einmal auf Vordermann gebracht“, betont der Malermeister. Rund zwölf Stunden Arbeit hat das ganze Prozedere mit sich gebracht.

Die Steinfigur wurde erst einmal gewaschen und gesäubert. „Die kleinen und feinen Ecken sind hier immer ganz besonders zu beachten. Der Staub von dreißig Jahren ist nicht zu unterschätzen“, sagt Ewald Gausepohl mit Blick auf die Madonnen Figur. Ebenfalls musste die richtige Farbauswahl getroffen werden, denn die war kaum noch zu erkennen. Aber der Herberner ist von Grund auf Profi und die Farbpalette hatte er ebenfalls noch im Kopf abgespeichert. Martin Rodenstein, Geselle im Malerfachbetrieb unterstützte seinen Chef bei der Restaurierung.

Gausepohl ist froh, dass die Madonna mittlerweile geschützt in der eigens für sie hergestellten kleinen Grotte steht. Denn Taubenkot hatte damals die Statue arg in Mitleidenschaft gezogen. „Dass war dieses Mal wesentlich besser und damit auch einfacher.“

Die Heimleiterin des Malteserstiftes St. Benedikt, Nicole Fischer, lobt den ehrenamtlichen Einsatz von Ewald Gausepohl. Nachdem die Joseph und Jesus-Figuren im vergangenen Jahr eine Rundum-Restaurierung von Bildhauer Andreas Fabritius bekommen haben ist jetzt die kleine Ecke mit der Madonna auch wieder hübsch anzusehen. Isabel Schütte

Spannungsgeladener Abend

Eine Gemeinde liest: Sonja Schober servierte in der Hundeschule Kehrmann einen ungewöhnlichen Thriller

ASCHEBERG. Die Gäste durften sich am Freitag „auf eine Wiederholungstäterin freuen“, so kündigte Marie-Luise Koch (Forum Toruismus Kultur) Vorleserin Sonja Schober im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ in der Hundeschule Kehrmann an.

Und die hatte mächtig viel Spannung im Gepäck. Alleine der Titel „Anonym“ des Werkes von Ursula Ponanzki und Arno Strobl war schon vielversprechend. Ein Buch, das nicht nur von zwei Autoren geschrieben worden ist, sondern die Charaktere, hier spielen die Kommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon die Hauptrolle, auf besondere Weise darlegt. Denn mal sind Handlungen aus Sicht der Kommissarin, dann die gleiche Handlung aus Sicht des Kommissars geschrieben.

Könnte langweilig werden? „Zugegeben, da war ich auch erst skeptisch“, gab Sonja Schober zu und belehrte die 21 Gäste, die  im Garten der Hundeschule Kehrmann zusammentrafen, dann schnell eines Besseren. Und richtig genug, die Zuhörer hingen gebannt an ihren Lippen und lernten die Protagonisten durch den ungewöhnlichen Erzählstil bestens kennen.

Denn wer könnte die Kollegen schon besser beschreiben, als die Kollegen selber? Schnell erfuhren die Gäste, dass es sich beim Kommissar Daniel Buchholz um einen Typen in Designerkleidung handelt. Aus Sicht seiner Kollegin wohl eher Modeopfer. Er beschreibt sie hingegen als zupackend (erstaunlich fester Händedruck) mit guter Beobachtungsgabe, aber dennoch nicht gerade super sympathisch. Die Geschichte besteht aus einzelnen Kapiteln. Dank der Perspektive hatten die Zuhörer Einsicht in die Gedanken der Akteure. Dadurch wirkte die Story persönlicher. Soweit so gut. Mit der unterhaltsamen Vorstellung des Ermittlerteams, die übrigens an einem Tatort zusammentreffen, endete Teil eins der Lesung.

Sonja Schober begeisterte mit dem Werk Anonym im Rahmen einer Gemeinde liest in der Hundeschuhle Kehrmann. Fotos: Tina Nische

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter. Sonja Schober entführte ihre Zuhörer in die Tiefen des Darknet. Und da spielt die Anonymität natürlich eine große Rolle. Spannungsgeladen ging es weiter. Passend dazu wechselten die Gäste und die Vorleserin von draußen in die Halle. Denn am Himmel zogen dunkle Wolken auf. Es schien fast so, als kündigten sie Schockierendes an. In der Tat, das Spannungsbarometer stieg.

In den Tiefen des Darnet

Denn die ausgeblutete Leiche eines Anwalts, ist nur der Anfang des ersten gemeinsamen Falles von Nina Salomon und Daniel Buchholz.  Schnell wird bekannt, dass Mitglieder eines Forums im Darknet, jenem schwer zugänglichen Teil des Internets, abstimmen konnten, welcher von vier Kandidaten sterben sollte. Und die nächste Abstimmungsrunde läuft schon … Die erleben die beiden Kommissare hautnah mit.

Die Gäste tauchten ein ins Geschehen, denn Schober verstand es, fesselnd und mitreißend vorzulesen. Es war ein spannungsgeladener Abend, den Sonja Schober den Zuhörern im Rahmen von einer Gemeinde liest, da servierte. Und so mancher wollte wissen, wie diese Geschichte endet. Und so wird wahrscheinlich der ein oder andere ihrer Empfehlung nachkommen und das ganze Buch lesen. Tina Nitsche

Monika Verspohl und Thomas Stohldreier haben ein Ziel

Aschebergs Bürgermeisterkandidaten stellen sich vor

Endspurt für die Kommunalwahl. Am 13. September wird entschieden, wer die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus als Bürgermeister oder Bürgermeisterin der Gemeinde Ascheberg antreten wird. Im Gespräch mit Gaby Brüggemann stellen sich Thomas Stohldreier aus Münster, parteiloser Kandidat des CDU-Gemeindeverbands, und Monika Verspohl aus Coesfeld, Kandidatin des SPD-Ortsvereins, vor.
Sie schildern politische Ziele, berufliche Stationen und ihre Führungsstile und sprechen über ihre Sicht auf die Gemeinde Ascheberg. Beim Wahlkampf in Zeiten von Corona setzen beide auf Besuche bei Vereinen, Firmen und Institutionen und suchen das Gespräch in kleiner Runde. Die Eingangsfrage lautete für beide gleich: Warum möchten Sie Bürgermeisterin oder Bürgermeister in Ascheberg werden?

Thomas Stohldreier

„Ich habe gleich gemerkt, dass es hier viel Zusammenhalt gibt – hauptamtlich wie ehrenamtlich – und, dass man sich hier wohl fühlt.“ Das gelte auch für ihn, sagt der Verwaltungsbetriebswirt Thomas Stohldreier aus Münster über Gemeinde Ascheberg. Seit gut eineinhalb Jahren ist er hier Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales und bewirbt sich nun um den Chefsessel im Rathaus.

Neben der Sympathie für den Ort und seine Bürger bringt der 48-Jährige aus seinen vorherigen Stationen Ochtrup, Sendenhorst und Everswinkel viel Erfahrung mit 14 Jahre in Führungsverantwortung. Als der CDU-Gemeindeverband auf der Suche nach einem Bürgermeister-Kandidaten war, zögerte der Münsterländer nicht. „Da passte alles zusammen“, sagte er und machte die Kandidatur zu seiner „Herzensangelegenheit“. Politisch sehe er sich ohnehin häufig auf einer Linie mit den Christdemokraten.

Bei seinem Amtsantritt als Fachbereichsleiter habe er viele offene Türen vorgefunden und setze auch von sich aus auf Kommunikation. Der Kontakt mit den Einrichtungen in den drei Ortsteilen laufe gut, nannte er die Flüchtlingskinder-Betreuung, das Netzwerk „Alter und Pflege“, das Sportentwicklungskonzept oder das Klimaschutzforum.

So heißt seine Homepage alles andere als zufällig „Wir sind DAH“.  Dieser Zusammenhalt habe sich gleich zu Beginn des Corona-Lockdowns in der Aktion „Ich bin für Dich DAH“ gezeigt.

Team- und Zielorientiert

Seinen eigenen Führungsstil bezeichnet der 48-Jährige als team- und zielorientiert. Ob als (potenzieller) Chef von 115 Mitarbeitern in der Verwaltung, im Rat mit den Fraktionen oder im Gespräch mit den Bürgern wäre er auf Austausch bedacht, lautet sein Credo. Zum Amt gehöre es aber auch, Entscheidungen zu treffen. „Das kann ich ganz gut“, sagt er und sieht er die Verantwortung eines Bürgermeisters darin, das Beste für die Gemeinde zu erreichen. „Bei wichtigen Themen Taktgeber zu sein, wie etwa beim Glasfaserausbau geschehen“, soll deshalb für ihn auch künftig Ziel der Gemeinde bleiben.

Auf der Agenda der neuen Legislaturperiode stünden für der Bau der beiden Kindertagesstätten im Hoveloh und an der Herberner Straße und die Zusammenführung der Profilschule am Standort Ascheberg oben an.

In der künftig wieder vierzügigen Lambertus-Grundschule gebe es mehr Platzbedarf, auch mit Blick auf die geplante Einführung des offenen Ganztags im nächsten Jahr. In Herbern stehe der Neubau des Feuerwehrgerätehauses an, in Ascheberg der erste Teil der Platzgestaltung im Ortskern (Bereich vor dem Vollsortimenter).

Daneben belieben Dauerthemen wie Mobilität sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Komfortable Lage

Finanziell sieht der Verwaltungsfachwirt die Gemeinde in komfortabler Lage. Denn trotz des Corona-bedingten Rückgangs der Gewerbesteuereinnahmen könne Ascheberg mithilfe seiner Rücklagen die Projekte fortführen. Das verdanke die Gemeinde auch ihrer „sehr erfolgreichen Wirtschaft“, mit deren Vertretern er als Bürgermeister intensiven Austausch pflegen würde.

Den Umzug nach Ascheberg mit seiner Familie, die in Münster fest verwurzelt ist, plane er im Falle der Wahl aber nicht, machte er klar. Seine Aufgabe als Bürgermeister würde er so oder so „mit Herzblut“ erfüllen.

Monika Verspohl

Monika Verspohl lebt in Coesfeld und die Gemeinde Ascheberg ist der PR-Managerin mit journalistischen Wurzeln aus ihrer Arbeit als stellvertretende Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Coesfeld schon bekannt. Als Johannes Waldmann sie angesprochen habe, ob sie für das Amt der Bürgermeisterin in Ascheberg kandidieren wolle, sagte sie zu. „Ich war ziemlich schnell begeistert“, betont und ergänzte, sie habe die Leute vor Ort als sehr offen und sympathisch kennengelernt.

Im Falle der Wahl Umzug nach Ascheberg

Die Kandidatin verbindet sozialdemokratische Politik konkret mit „eigenen Ideen nach Bauchgefühl“. Die ländliche Struktur vor Ort sei ihr sehr vertraut, sagt Verspohl, die aus dem Bergischen Land stammt, und  im Falle der Wahl nach Ascheberg ziehen würde, um auch im ganz normalen Alltag im Ort sichtbar und ansprechbar zu sein.

Die Kandidatin Monika Verspohl. Foto SPD Ascheberg

„Die Gemeinde muss für die Wirtschaft ein zuverlässiger und unbürokratischer Partner sein“, ist es ferner für die PR-Managerin, die in einer Agentur in Haltern mittelständische Firmen des Bereichs Heizungs- und Klimaanlagen berät, selbstverständlich. Das Parteibuch der SPD besitzt seit zehn Jahren und pflegt darüber hinaus ehrenamtliches Engagement. Im SPD-Ortsverein Coesfeld ist sie stellvertretende Vorsitzende und sachkundige Bürgerin in den Fachausschüssen Kultur, Schule, Sport sowie Umwelt, Planen, Bauen und lebt mit ihrem Mann seit sieben Jahren im Münsterland.

Herzensangelegenheit Schule und Kitas

Der Bildungsbereich mit Kitas und Schulen, inklusive dem Thema OGS, liegen ihr besonders am Herzen. Gerade zu Zeiten von Corona habe sich gezeigt, wie belastet Familien und insbesondere auch Frauen waren. „Bildung müsste kostenlos sein, von der Kita bis zum Studium, das fördert die Chancen“, bringt sie ihre persönliche Überzeugung auf den Punkt und lobt den Erhalt des Teilstandorts der Lambertusschule in Davensberg. „Kinder müssen zur Schule laufen können“.

Wichtig ist es der Genossin, in der Gemeinde Raum mit Aufenthaltsqualität für alle Generationen zu schaffen, um besonders auch jenen „ohne Balkon und Garten“ die Gelegenheit zum Treffen. Denn Lebens- und Wohnqualität schaffe Verbundenheit. Nicht zu vergessen sei der Arten- und Klimaschutz, ergänzt sie. Die Pläne für den Katharinenplatz etwa, seien ihr noch nicht grün genug, merkt sie zum Thema Platzgestaltung an.

Frauen und Politik

Frauen sieht Verspohl, die sich als Kandidatin einer der Ascheberger Oppositionsparteien selbst nicht in der Favoritenrolle sieht, in der Politik generell unterrepräsentiert. „Frauen können Herausforderungen stemmen und Zwischentöne einbringen,“ ist sie überzeugt und hofft, dass mehr Frauen verantwortungsvolle Aufgaben in der Politik und im Beruf übernehmen. Bei politischen Wahlentscheidungen seien allerdings beide Blickwinkel wichtig, die von Mann und Frau, und nicht die Frage nach dem Geschlecht. Die SPD trage mit dem Ziel „Mehr Frauen in die Politik“ Rechnung und habe die Hälfte ihrer Reservelistenplätze mit Frauen besetzt.

Transparent, sachlich, analytisch

Ihren eigenen Führungsstil beschreibt die Bürgermeisterkandidatin kurz und knapp mit „transparent, sachlich, analytisch“. Es sei sehr wichtig, Vorhaben zu erläutern und so Verständnis zu schaffen. „Es geht um das Wohl der drei Orte, der Fokus liegt auf der Sache.“ Gaby Brüggemann

 

Die beiden Kandidaten im Überblick:

Steckbrief: Thomas Stohldreier (parteilos)

Geburtsort: Ochtrup; Wohnort: Münster; Alter: 48 Jahre; Beruf: Verwaltungsbetriebswirt; Familienstand: verheiratet, zwei Söhne (14 und 5 Jahre); Hobbys: Radfahren mit der Familie, Gartenarbeit.

Homepage: www.wirsinddah.de

Steckbrief: Monika Verspohl (SPD)

Geburtsort: Hückeswagen; Wohnort: Coesfeld; Alter: 40 Jahre; Beruf: PR-Managerin; Familienstand: verheiratet; Hobbys: Lesen, Kino, Kochen.

Homepage: www.monika-verspohl.de

 

 

 

„Das Virus ist der Spielverderber“

Gesundheitsminister Jens Spahn zu Gast in Herbern

HERBERN. Schon in der Abi-Zeitung stand geschrieben, das Jens Spahn mal Politiker werden will. Heute ist er Gesundheitsminister und als solcher war er auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands Ascheberg und Nordkirchen am Montag in Herbern zu Gast.

Als Minister ist Spahn derzeit ein gefragter Mann. Nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Kollegen aus aller Welt. Denn sie interessiert vor allem eines: „Wie habt ihr das wieder gemacht?“ verriet Jens Spahn. Gemeint ist damit die Krisenbewältigung. Warum die Bewältigung in Deutschland besser klappt, verheimlichte der Gesundheitsminister nicht. „Wir haben hier eine starke Wirtschaft  und ein leistungsstarkes Gesundheitswesen, deshalb sind wir bislang ganz gut durch die Krise gekommen.“ An dieser Stelle bedankte sich Jens Spahn bei den deutschen Bürgern. „Das funktioniert, weil Sie gut aufpassen und weil wir zusammengehalten haben.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (r.) war zu Gast in Herbern und dankte da auch den Bürgern. Foto: Tina Nitsche
Eine schwere Entscheidung

Doch momentan steigen die Zahlen wieder und das warf natürlich Fragen auf. Vor allem weil das auch, so der Minister, eine schwere Entscheidung mit sich brachte. Gemeint ist die erneute Reisewarnung für ganz Spanien. „Ich weiß was das für die Reise- und Touristikbranche, aber auch für Spanien selber bedeutet. Aber das ist kein Grund für Endzeitstimmung, mit den Zahlen kommen wir hin“, machte Spahn deutlich.

Ja, diese Zahlen. Gerade sie jedoch werfen Unsicherheiten auf. Und mit ihnen natürlich auch die Tests. Für Auslandsurlauber sind diese kostenlos, was längst nicht bei jedem auf Verständnis stößt. „Aber wir haben ein hohes Interesse daran, dass sich viele testen lassen.“ Denn, so der Minister: „Der Schutz aller ist unser Anliegen. Also fragen wir nicht nach dem Warum, sondern schützen uns.“  Einmal über die kostenlosen Tests, aber auch durch Abstands- und Maskenregelungen.

Die Prioritätenliste

Auch seine aktuelle Prioritätenliste legte Spahn am Montag offen. Schulen und Kitas müssten wieder zum Regelbetrieb zurückkehren. „Wirtschaft und Handel sind weitere Faktoren, die wichtig sind, denn sie sichern Arbeitsplätze und das Gesundheitswesen. Es gibt aber auch Dinge die warten können wie beispielsweise Feste und Feiern. Ich möchte, dass in den Bussen und Bahnen Pendler sitzen und nicht die, die in die Stadien wollen“, machte Spahn deutlich. Familienfeiern und andere gesellige Veranstaltungen jedoch stehen im Fokus Hotspots für die Verbreitung von Corona zu sein. „Nicht das Skifahren war Anfang des Jahres in Österreich das Problem, sondern die Party danach.“ Spahn unterstrich, dass die Zahlen gerade bei geselligen Veranstaltungen ansteigen und deshalb werde hier erst einmal Einhalt geboten. „Da ist das Virus der Spielverderber, nicht ich.“

Besagtes Virus könne milde Verläufe haben, „es kann aber auch hart zuschlagen. Und deshalb geht es um Wahrheiten und darum die Balance zu finden.“ Will heißen: Es muss abgewägt werden, wieviel Sicherheit und wieviel Alltag.

Bürger konnten dem Gesundheitsminister Fragen stellen. Foto; Tina Nitsche
Die Fragen der Bürger

Nachdem Spahn einen Überblick über die Gesamtsituation gegeben hatte, bot sich den Bürgern die Möglichkeit Fragen zu stellen. Allgemeinmedizinerin Sabine Lohmann interessierte vor allem eines: „Warum können sich Ärzte und Personal nicht kostenlos testen lassen?“

Nicole Fischer, Pflegeleitung des Maltesersitftes St. Benedikt in Herbern hingegen machte deutlich: „Wir haben uns von der Politik sehr alleine gelassen gefühlt. Der nächste Lockdown muss besser organisiert sein, nicht so, dass man sich zum Feind der Angehörigen macht.“ Auch die bezahlten Testungen bei Menschen in der Kurzzeitpflege prangerte die Pflegeleiterin an.

Gesundheitsminister Jens Spahn versprach, sich um die Anliegen der Bürger zu kümmern. Foto: Tina Nitsche
Freiheitsbeschränkungen

Spahn versprach, sich dieser Problematiken anzunehmen. „Wenn das Thema Reisegeschäft geschafft ist, dann werden wir den Blick wieder stärker auf das Thema Gesundheit legen.“  Ihm sei klar, dass die Situation vor allem für ältere Menschen sehr hart ist. Gerade was die Besuchsbeschränkungen auch in den Pflegeeinrichtungen angeht. „Das Ehepaar, das sich 50 Jahre jeden Tag gesehen hat, auf einmal ging das nicht mehr.“  Ihm sei bewusst, dass „wir in dieser Krise die größten Freiheitsbeschränkungen seit Bestehen der Bundesrepublik hatten, sie allerdings gelten dem Schutz der Bürger, damit wir das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen.“ Eine weitere Frage betraf das Thema Impfstoff. Hieran werde gearbeitet und das schneller als eigentlich sonst üblich.

Der Mann, der schon beim Abi wusste, dass er mal Politiker werden wollte, notierte sich einige Fragen, um die er sich kümmern will. Was er jedoch nicht wusste, dass im Jahr 2001 schon einmal ein prominentes politisches Mitglied am Schloss Westerwinkel Station gemacht hat. Angela Merkel. „Und was aus ihr geworden ist, dass, wissen wir alle. Wer mal in Herbern war, aus dem wird was“, klärte Maximilian Sandhowe, CDU -Gemeindeverbandvorsitzender Ascheberg, auf. Na, dann…! Tina Nitsche

Gesundheitsminister Jens Spahn: Hoher Besuch auf Schloss Westerwinkel

HERBERN. Das akademische Viertelstündchen gönnte sich der prominente Gast, der am Montagnachmittag auf Schloss Westerwinkel erwartet wurde. Gesundheitsminister Jens Spahn kam mit Verspätung nach Herben. Dorthin hatten ihn die CDU-Gemeindeverbände Ascheberg und Nordkirchen eingeladen.

Der Grund: Zuvor war Spahn in Olfen unterwegs. Die Wartezeit überbrückte Maximilian Sandhowe, Vorsitzender CDU-Gemeindeverband Ascheberg, indem er den Bürgern, die im Schlossinnenhof Platz genommen hatten, das CDU Wahlprogramm kurz darlegte. Auch CDU-Bürgermeisterkandidat Thomas Stohldreier konnte das Warten auf den prominenten Gast dazu nutzen, sich vorzustellen.

Doch dann traf Spahn ein und den Bürgern bot sich im Laufe der Veranstaltung auch die Gelegenheit ihm Fragen zu stellen. Welche Fragen ihnen auf der Seele brannten, was Jens Spahn zu kostenlosen Corona-Tests für Auslandsurlauber sagte, wie die Teststrategie ausgelegt ist und wie es sich mit den Freiheitsbeschränkungen verhält, das liebe Leser, könnt Ihr ausführlich in Kürze hier lesen. Tina Nitsche

 

Einfach mal abtauchen….

Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ geht in die fünfte Runde

ASCHEBERG. Schmökern im Werkhaus, mitten auf einem Gemeinschaftsgrundstück, in der Hundeschule, auf dem Bauernhof, im Walnuss-Garten…. Was sagt uns das? Ganz einfach: Trotz Corona heißt es ab Morgen wieder: Eine Gemeinde liest.

Und dabei gibt es bei dem seinerzeit von den Mitgliedern des Forums Tourismus Kultur imitierten Spektakel in diesem Jahr sogar eine Besonderheit. Die beliebte Veranstaltung geht nämlich in die fünfte Runde. Ein kleines Jubiläum also. Und das mitten in einem denkwürdigem Jahr. Schließlich ist 2020 von der Corona-Krise geprägt. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Aber die illustre Leserunde nicht. Die findet statt, wenngleich dabei vieles nicht so sorglos ist wie sonst.

Traditionell hätte die erste Lesung im Rahmen der Italienischen Nacht bei Bücher Schwalbe stattgefunden. Aber die Italienische Nacht fällt aus. „Und bei Bücher Schwalbe ist das mit den Abständen so eine Sache“, erklärt Anke Richter-Weiß, Vorsitzende des Forums Tourismus Kultur. Denn diese müssen in Corona-Zeiten selbstverständlich eingehalten werden. Deshalb finden alle Lesungen draußen statt. „Da können wir Abstände einhalten und müssen dann auch nicht alle eine Maske tragen. Das ist ja gerade bei diesen Temperaturen nicht so angenehm“, so Richter-Weiß. Dennoch macht sie deutlich, wenn es bei einer Veranstaltung zu voll wird, dass dann Masken aufgesetzt werden müssen.

Die bunte Mischung macht’s

Das Team hat einen bunten Strauß an Leseevents zusammengestellt. „Und das trotz dieser schwierigen Zeit dabei 16 Lesungen zusammenkommen, das ist echt beachtlich“, freut sich Anke Richter-Weiß. So wird die doch veranstaltungsarme Zeit auf unterhaltsame Art und Weise ein wenig aufgepeppt. Die bunte Mischung macht’s dabei. So lesen bekannte Größen wie bspw. Jutta Richter, es gehen Hobbyautoren an den Start, oder es lesen Menschen, die einfach Freude am Vorlesen haben. Genres sind dabei viele vertreten, ob Krimi, Erzählungen, Wissenswertes oder spannende Geschichten. Und natürlich passt die Lektüre immer zum Ort an dem sie vorgelesen wird.

Carmen Irmen serviert am Sonntag, 16. August, um 14 Uhr, bspw. im Walnussgarten Byinksytraße, den Genuss-Krimi „Der Wolf im Wallnussbaum“. Passt doch, oder? Angelika Ludwig und Renate Hamann hingegen warten am Sonntag, 23. August, um 19 Uhr in der Gnadenkirche mit Texten diverser Autoren auf, die den Titel tragen: „Was uns trösten kann“.

Auch in diesem Jahr gibt es zum Projekt „Eine Gemeinde liest“ wieder einen Flyer. Hier sind sämtliche Termine und Orte aufgeführt. Die Flyer liegen in Geschäften aus, sind aber auch bei Ascheberg Marketing erhältlich bzw. online veröffentlicht!

Somit dürfen wir uns alle auf einen unterhaltsamen August freuen, wenn da an unterschiedlichsten Orten geschmökert wird und die Menschen dann ganz entspannt jeweils für eine kurze Zeit in andere Welten eintauchen können. Und das tut gerade in Zeiten wie diesen doch gut, oder? Tina Nitsche

„Wenn jeder ein bisschen tut…“ – Zwei Frauen mit einem Ziel

Jutta Nowak und Steffi Stöppler planen ein besonderes Projekt

ASCHEBERG. Zugegeben, diese Corona-Pandemie beeinflusst ja irgendwie schon unser Leben. Vieles ist anders, aber diese ungewöhnliche Zeit hat durchaus auch bewirkt, dass die Menschen andere Wege beschreiten. Denn so manches ist einfach nicht mehr möglich. Auch Jutta Nowak weiß ein Lied davon zu singen. Die ehrenamtliche Arbeit für hilfebedürftige Menschen ist ihr eine Herzensangelegenheit. „Nur in diesem Jahr, ist irgendwie alles anders“, sagt sie. Sie unterstützt viele Institutionen und Menschen, wie u.a.  das Werkhaus St. Georg oder die Ascheberger Tafel. Und sie hat auch die Auswirkungen der Corona-Krise fest im Blick. „Vor allem die Altersarmut nimmt zu. Hart betroffen sind davon vor allem Frauen“. Sie selbst kennt die Schwierigkeiten und aus eigener Erfahrung weiß sie, „wie knapp es dabei oft am Ende des Monats wird.“ Und obwohl sie selbst nicht viel hat, teilt sie gerne und engagiert sich mit Herzblut. Denn ihre ehrenamtliche Tätigkeit birgt auch für sie Vorteile. „Man bleibt mit den Menschen in Verbindung, nimmt am Leben teil und bewirkt Gutes“, beschreibt sie ihren Antrieb.

Als dann im März der Lockdown kam, stand auch sie vor der Frage: „Was mache ich jetzt?“ „Gerade für ältere Menschen hatte diese Phase ja auch Isolation zur Folge“, unterstreicht Jutta Nowak. Sie selbst hatte die Wahl zwischen „vorm Fernseher kleben oder etwas tun“. Sie entschied sich für Zweiteres und aktvierte nicht nur ihre Nähmaschine, sondern auch viele andere Frauen. Die Idee: „Wir können die Zeit ja schon einmal nutzen, um etwas für den Weihnachtsmarkt zu produzieren. Der Erlös soll bedürftigen Menschen zu Gute kommen.“

Lauter Unikate

Mir ihrer Idee rannte sie offene Türen ein. Fortan ratterten bei vielen Frauen die Nähmaschinen, klapperten die Stricknadeln oder es wurde Seife angesetzt. Auf diese Weise entstanden Platzsets, Kissenbezüge, selbst gesiedete mit natürlicher Wolle ummantelte Seifen, Duftsäckchen mit natürlichen Kräutern und vieles mehr. All diese Werke eint eines: Jedes ist ein Unikat, jedes ist handgemacht. Und das aus Stoffen wie reines Leinen oder 100 Prozent Baumwolle. Denn die Nachhaltigkeit hatten die Damen fest im Blick. Auch bei den Körnerkissen, deren Füllung aus Biokörnern besteht. Gleichzeitig erzählen gerade Platzsets und Kissenhüllen zudem ihre eigenen Geschichten. Wie? Durch ihre ungewöhnlichen Verzierungen, zum Beispiel mit Brüsseler Spitze oder Bordüren aus Spanien.

Eine Tatsache, die Steffi Stöppler besonders ins Auge stach. Denn der Umgang mit Stoffen ist schließlich das erklärte Metier ihrer Familie, die sich seit vielen Jahrzehnten als Raumgestalter Stöppler einen guten Namen gemacht hat.

Es war also irgendwie kein Zufall, dass die beiden Frauen nun zu einem besonderen Projekt zusammengefunden haben. Jutta Nowak ist dafür dankbar. „Denn wir haben so viel produziert, doch dann kam eine Absage nach der anderen für alle möglichen Märkte, auf denen wir unsere selbstgefertigten Waren anbieten wollten.“ Also hieß es wieder einmal: Umdenken und andere Wege finden.

Die Corona Zeit aht Jutta Nowak kreativ genutzt. Entstanden sind viele Dinge, alle mit dem Prädikat „Handmade“ und dafür, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Foto: Tina Nitsche

Und eben dieser neue Weg führte Jutta Nowak zu Steffi Stöppler. Die Geschäftsfrau ist begeistert über das Engagement von Jutta Nowak für hilfsbedürftige Menschen. Da weder ein Markt noch die Italienische Nacht in diesem Jahr möglich sind, bieten Steffi Stöppler und ihr Mann Bernd nun in ihrem Ascheberger Geschäft an der Biete 2b, eine besondere Möglichkeit. Sie funktionieren einen Teil ihres Ladens zu einer kleinen ungewöhnlichen Marktfläche um, wo die selbstgefertigten Dinge vier Wochen lang zu den Geschäftszeiten ins richtige Licht gerückt werden.

Am eigentlichen Tag der Italienischen Nacht geht’s los

Und an dem Tag, an dem eigentlich die Italienische Nacht steigen würde, geht es dann los. „Denn ab Freitag, den 14. August, können alle, die dieses Projekt unterstützen möchten und Wert auf nachhaltige Dinge legen, die selbstgefertigten Produkte bei uns erwerben. Wir geben das Geld dann an Jutta Nowak weiter, die damit die Ascheberger Tafel, das Werkhaus St. Georg und hilfsbedürftige Menschen unterstützt“, so Steffi Stöppler.

Sie selbst unterstützt diese Idee nur allzu gerne. „Denn vielen von uns geht es ja noch irgendwie gut, doch es gibt immer mehr Menschen, die finanziell wirklich schlecht aufgestellt sind und die Hilfe benötigen. Wenn da jeder nur ein bisschen tut, dann würde es allen ein bisschen besser gehen.“ Gleichzeitig ist es für sie auch eine schöne Gelegenheit, ein wenig an Ascheberg zurückzugeben. „Denn wir sind hier wirklich so toll aufgenommen worden.“

Nun hoffen die beiden Damen, dass ihre Idee gut ankommt. Eine Idee, die zeigt, dass diese ungewöhnliche Zeit in der wir gerade leben, auch Gutes zu Tage fördert. Tina Nitsche

 

Info:
Die Öffnungszeiten von Raumgestalter Stöppler in Ascheberg: Dienstags und freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr. Mittwochs und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Weitere Infos oder Termine nach Vereinbarung unter Tel. 0 25 93 – 98 898

Wer noch Wolle sowie Leinen- und Baumwollstoffe oder Handarbeitszubehör übrig hat, darf sich gerne an Jutta Nowak, Tel. 0 25 93 – 950 922 wenden.

Im Ascheberger Schaufenster der Raumgestalter Stöppler wird während des Ausstellungszeitraums auch eine Zeitgeschichte des ehrenamtlichen Engagements von Jutta Nowak präsentiert.