Spannungsgeladener Abend

Eine Gemeinde liest: Sonja Schober servierte in der Hundeschule Kehrmann einen ungewöhnlichen Thriller

ASCHEBERG. Die Gäste durften sich am Freitag „auf eine Wiederholungstäterin freuen“, so kündigte Marie-Luise Koch (Forum Toruismus Kultur) Vorleserin Sonja Schober im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ in der Hundeschule Kehrmann an.

Und die hatte mächtig viel Spannung im Gepäck. Alleine der Titel „Anonym“ des Werkes von Ursula Ponanzki und Arno Strobl war schon vielversprechend. Ein Buch, das nicht nur von zwei Autoren geschrieben worden ist, sondern die Charaktere, hier spielen die Kommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon die Hauptrolle, auf besondere Weise darlegt. Denn mal sind Handlungen aus Sicht der Kommissarin, dann die gleiche Handlung aus Sicht des Kommissars geschrieben.

Könnte langweilig werden? „Zugegeben, da war ich auch erst skeptisch“, gab Sonja Schober zu und belehrte die 21 Gäste, die  im Garten der Hundeschule Kehrmann zusammentrafen, dann schnell eines Besseren. Und richtig genug, die Zuhörer hingen gebannt an ihren Lippen und lernten die Protagonisten durch den ungewöhnlichen Erzählstil bestens kennen.

Denn wer könnte die Kollegen schon besser beschreiben, als die Kollegen selber? Schnell erfuhren die Gäste, dass es sich beim Kommissar Daniel Buchholz um einen Typen in Designerkleidung handelt. Aus Sicht seiner Kollegin wohl eher Modeopfer. Er beschreibt sie hingegen als zupackend (erstaunlich fester Händedruck) mit guter Beobachtungsgabe, aber dennoch nicht gerade super sympathisch. Die Geschichte besteht aus einzelnen Kapiteln. Dank der Perspektive hatten die Zuhörer Einsicht in die Gedanken der Akteure. Dadurch wirkte die Story persönlicher. Soweit so gut. Mit der unterhaltsamen Vorstellung des Ermittlerteams, die übrigens an einem Tatort zusammentreffen, endete Teil eins der Lesung.

Sonja Schober begeisterte mit dem Werk Anonym im Rahmen einer Gemeinde liest in der Hundeschuhle Kehrmann. Fotos: Tina Nische

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter. Sonja Schober entführte ihre Zuhörer in die Tiefen des Darknet. Und da spielt die Anonymität natürlich eine große Rolle. Spannungsgeladen ging es weiter. Passend dazu wechselten die Gäste und die Vorleserin von draußen in die Halle. Denn am Himmel zogen dunkle Wolken auf. Es schien fast so, als kündigten sie Schockierendes an. In der Tat, das Spannungsbarometer stieg.

In den Tiefen des Darnet

Denn die ausgeblutete Leiche eines Anwalts, ist nur der Anfang des ersten gemeinsamen Falles von Nina Salomon und Daniel Buchholz.  Schnell wird bekannt, dass Mitglieder eines Forums im Darknet, jenem schwer zugänglichen Teil des Internets, abstimmen konnten, welcher von vier Kandidaten sterben sollte. Und die nächste Abstimmungsrunde läuft schon … Die erleben die beiden Kommissare hautnah mit.

Die Gäste tauchten ein ins Geschehen, denn Schober verstand es, fesselnd und mitreißend vorzulesen. Es war ein spannungsgeladener Abend, den Sonja Schober den Zuhörern im Rahmen von einer Gemeinde liest, da servierte. Und so mancher wollte wissen, wie diese Geschichte endet. Und so wird wahrscheinlich der ein oder andere ihrer Empfehlung nachkommen und das ganze Buch lesen. Tina Nitsche

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