„Die Bürger mit einbeziehen“

Drei Fragen an Thomas Stohldreier

Am 13. September sind die hiesigen Kommunalwahlen. Dabei wird in der Gemeinde Ascheberg auch das Amt des Bürgermeisters neu besetzt. Mit Thomas Stohldreier und Monika Verspohl gehen für die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Wir haben beiden Kandidaten unabhängig voneinander drei Fragen gestellt. Wie Thomas Stohldreier diese Fragen beantwortet, das lest Ihr hier:

 

DAHeim: „Wie können Sie sich eine Transparenz bei Verwaltungsabläufen für Bürger vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Ich glaube, es wird zukünftig immer wichtiger, dass wir über verschiedene Kanäle informieren. Da reicht die Zeitung alleine nicht aus. Wenn wir die Informationen über viele verschiedene Kanäle fließen lassen, dann können wir die Bevölkerung im Vorfeld mitnehmen. Damit erzielen wir die besten Ergebnisse, die dann auch von einem Großteil der Bürgerinnen und Bürger akzeptiert werden. Zudem können wir auf diese Weise dann auch immer mal wieder vorstellen, was wir vorhaben.

Weiterhin würde ich mich dafür einsetzen, die Sitzungen im Rathaus zu streamen. Denn auch da können wir die Bevölkerung mitnehmen und an unseren Planungen teilhalben lassen. Die Bürgerinnen und Bürger könnten dann die Sitzungen ganz bequem vom Sofa aus verfolgen und würden auf diese Weise ganz viel mitbekommen.“

 

DAHeim: „Wie möchten Sie zukünftig das Wohnen und Arbeiten in der Gemeinde gestalten?“

Thomas Stohldreier: „Beim Thema Wohnen steht für mich fest, dass wir in allen drei Ortsteilen Bauplätze und auch bezahlbaren Wohnraum schaffen müssen. Ebenso müssen wir uns um die Frage kümmern, wie wir erreichen können, dass ältere Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten ihr Haus gegen eine bezahlbare Wohnung zu tauschen, wenn sie sich verkleinern möchten. Das kann dann auch eine Riesenchance sein, um nicht nur auf die Erschließung neuer Baugebiete zu setzen. Vielmehr hätten wir da dann auch eine Nachnutzung im Blick.

Wichtig ist mir außerdem, dass es ein Wohngruppenangebot für pflegebedürftige Senioren in Davensberg gibt, damit auch sie in ihrer Heimat bleiben können. Wir müssen da auf diesem Sektor mehr tun, da unsere Gesellschaft älter wird.

Wenn es um das Stichwort Arbeit geht, haben wir glücklicherweise in der Gemeinde einen guten Branchemix. Der hat uns gut durch die Krise geführt und ich hoffe, dass das so bleibt. Deshalb ist es wichtig gute Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen. Dazu zähle ich u.a. Erweiterungsmöglichkeiten, aber auch den Ausbau von Kooperationen wie sie derzeit bspw. mit der Profilschule bestehen. Ganz wichtig ist es ferner, eine Verlässlichkeit bei den Steuern zu haben.

Die Schaffung einer guten Infrastruktur ist ein weiterer Punkt. Da sind wir dabei, zum Beispiel bei der Profilschule. Zudem muss die Mobilität angepasst werden. Dazu planen wir im November eine Mobilitätsbefragung, um ein Mobilitätskonzept erstellen zu können, aber auch mehr Möglichkeiten für Bus- und Radverkehr zu schaffen. Das ist für alle Gesellschaftsschichten wichtig.

Weiterhin bin ich mir sicher, dass es künftig mehr Homeoffice-Arbeitsplätze geben wird, da können wir uns in der Gemeinde bereits über eine gute Struktur freuen. Denn hier liegt schon überall Glasfaser und wir müssen da vor allem schauen, dass wir auf dem neuesten Stand bleiben.

Als weiteren Punkt möchte ich noch auf die Einführung der E-Akte verweisen, um so Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen.“

 

DAHeim: „Welche Projekte könnten Sie sich zum Thema Umwelt-/Klimaschutz in der Gemeinde Ascheberg vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Da geht es um Mobilität aber auch um E-Bike- und Car-Sharing. Vielleicht kann dafür dann der Zweitwagen wegfallen. Dieser Sektor ist ein zartes Pflänzchen, damit müssen wir behutsam umgehen. Um die E-Mobilität weiter fördern zu können, benötigen wir vor allem eine andere Lade-Infrastruktur.

Eine wichtige Rolle spielen da weiterhin die Fahrrad-Poller, die für alle drei Ortskerne entwickelt werden. Es gibt schon einen Prototyp. Denn so können die Bürgerinnen und Bürger ihre Fahrräder sicher anketten, was auf der anderen Seite dann vielleicht auch viele animiert, den Weg in den Ortskern mit den Fahrrad zurückzulegen, wenn sie Besorgungen machen möchten.

Ein nachhaltiges DAH ist in meinen Augen die Keimzelle für gute Ideen. Damit die dann umgesetzt werden können, benötigen wir einen gewissen Haushaltsansatz.  Gute Rahmenbedingungen führen zu guten Ergebnissen. Ebenso wenn man Projekte gemeinsam anpackt. Will heißen, wenn wir die Menschen an Projekten beteiligen, anstatt sie von oben vorzugeben.

Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich ferner den papierlosen Rat vorschlagen und auch schauen in welchen Bereichen wir noch auf Papier verzichten können. Da gibt es sicherlich noch so einiges an Potential.“

Foto / Interview: Tina Nitsche

 

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