Es bleibt ruhig an der Lüdinghauser Straße

Der geplante Hofverkauf mit der Veranstaltung „Ascheberg trifft sich“ ist gecancelt

ASCHEBERG. Ab Montag wird es ruhiger. Die neuen Corona-Regeln greifen. Was das bedeutet? In diesem Falle eine erneute Absage. Ihr erinnert Euch? Genau, da war ja noch etwas: Der geplante Hofverkauf an der Lüdinghauser Straße vom 5. bis zum 8. November. Zudem sollte am 6. November die Veranstaltung „Ascheberg trifft sich“ – in diesem Falle anders (wir berichteten) steigen. Doch nun haben Steffi Schulze-Wenning und Lutz Walter (auch im Namen für Ascheberg Marketing) alles abgesagt. „Da müssen wir uns an die Regeln halten“, sagen beide, auch wenn sich alle vielleicht etwas anderes gewünscht hätten.

„Der Standby-Modus ist somit aufgehoben“, seufzt Steffi Schulze-Wenning. Stattdessen bleibt es leer auf dem Hof an der Lüdinghauser Straße 17, wo eigentlich in der kommenden Woche Bewegung im Spiel gewesen wäre. Auch Lutz Walter hat die notwendigen Telefonate getätigt und den Künstlern Domenico de Angel und Andrea TiAmo abgesagt. Will heißen: Aller Vorfreude zum Trotz, auch in dieser Hinsicht bleibt es nun ruhig. Wie es weitergeht? Niemand weiß es so genau. Also heißt es nun für alle erst einmal abwarten. Sollte dann Neues geplant werden dürfen, dann erfahrt Ihr das natürlich hier. Tina Nitsche

Kinderbuchautorin Jutta Richter präsentiert den dritten Teil von Frau Wolle

 

HERBERN. In ihrem neuen Buch „Frau Wolle und die Welt hinter der Welt“ hat die Herberner Kinderbuchautorin Jutta Richter die von ihr erdachte Frau Wolle in ihr letztes von drei Abenteuern geschickt.
Das Warten hat damit endlich ein Ende. Jutta Richter hat den dritten und letzten Teil von Frau Wolle zu Papier gebracht. Und eins sei schon mal versprochen: Zum Schluss es wird alles gut. Die Geschichte von Frau Wolle zieht den Leser vom ersten Moment in ihren Bann. Eine ähnliche  Zauber- und Abenteuergeschichte, die Jung und Alt in ihren Bann zog, ist Harry Potter. Jutta Richter hat dieses Phänomen ebenfalls geschafft.

Die Autorin zeigt, wie phantasievoll die Welt hinter der Welt aussieht. Für alle Kinder, die zu Hause bleiben müssen, weil die Welt vor den Fenstern gefährlich geworden ist, für Schneekugelbesitzer und Katzenstreichlerinnen, beschreibt Richter liebevoll ihre Zielgruppe.

„Es ist meine Aufgabe als Autorin Parallelen zum derzeitigen Weltgeschehen mit ins Buch aufzunehmen“, betont Richter und verweist auf den Stomp, den besten König aller Zeiten für die großartigste Murkelei. Wer dahinter stecken könnte, dass müssen die Leser selbst raus finden. Eins sei gesagt, das letzte Abenteuer von Merle und Moritz rettet die Welt hinter der Welt.

Die druckfrischen Exemplare sind ab sofort in den Buchhandlungen erhältlich. Die Illustration hat wie in den ersten beiden Teilen auch hier Günter Mattei aus München übernommen. Frau Wolle und die Welt hinter der Welt ist für Jutta Richter mehr als nur eine Geschichte. „Es könnte mein Meisterwerk werden. Die Rezensionen sprechen dieselbe Sprache.“

Ob in Deutschland, Amerika oder Italien – wenn „La Richter“, wie sie in Italien genannt wird, auftaucht und aus ihren Büchern vorliest, kleben alle Zuhörer an ihren Lippen. Da man keine großen Lesungen in Corona-Zeiten geben kann hat sich Jutta Richter aber etwas anderes einfallen lassen.

Sie nutzt die sozialen Medien um ihre Leser zu erreichen. „Was mich besonders freut ist, dass die Kinder wieder anfangen zu lesen. Was gibt es denn Schöneres.“ Im übrigen gibt es zum Buch das Lied „Tutto andrá bene“ was soviel heißt wie: „Zum Schluss wird alles gut“. In Zeiten wie diesen sind solche Worte wichtiger denn je. Isabel Schütte

Lichtblicke in besonderen Zeiten

Isabel Schütte hat das Herberner Dorflicht erneut aufgelegt

HERBERN. Ja, die Zeiten sind momentan alles andere als normal. Meldungen überschlagen sich, die Corona-Zahlen steigen. Was wir Menschen brauchen? Ganz sicherlich einen Lichtblick am Ende des Tunnels. Und da kommt unsere Isabel ins Spiel. Denn sie weiß: „Lichtblicke kann es gerade in dieser Zeit gar nicht genug geben.“ Doch sie belässt es hier nicht einfach bei ein paar Worten. Nein, denen lässt sie Taten folgen. Wie? Mit einer Idee, die sie vor drei Jahren erstmals präsentierte und nun erneut aufgelegt hat: „Die Herberner Dorflichter.“

Was diese so besonders macht? Sie vermitteln Heimatgefühl. Ob die Frau mit Jück, das Schloss Westerwinkel, Schloss Ittlingen, das Heimathaus, die evangelische Kirche oder der letzte Wolf – Isabel hat eben diese Herbener Sehenswürdigkeiten kreativ aufgearbeitet und zu einem großen Ganzen zusammengesetzt. Das Resultat: Ein echter Hingucker in unterschiedlichen Ausführungen und edlem Design.  Denn die Herberner Sehenswürdigkeiten finden sich in einem Kreis zusammengefügt wieder. Mitten in besagtem Kreis wird es dann hell. Weil darin ist ein Teelicht platziert ist, das gerade jetzt auch zur dunkleren Jahreszeit für Gemütlichkeit sorgt. Doch dabei hat es die 46-Jährige nicht belassen. Von wegen ein Teelicht inmitten eines „silbernen Kreises“. Nein mit Naturmaterialien wie Beeren, Blättern, Gräsern oder Blüten hat sie dem Herberner Dorflicht noch das I-Tüpfelchen in Form einer ganz besonderen Note verpasst.

Und so zaubert dann jedes einzelne ihrer Werke einen kleinen Lichtblick in die Wohnungen derer, die sich ein solches Dorflicht zulegen. Diese sind übrigens zum Preis von 13 Euro an der Südstraße 12 in Herbern, nachmittags jeweils von 16 bis 18 Uhr erhältlich. Und noch eines: In Kürze erfolgt sogar eine Winteredition. „Da erhalten die Dorflichter dann einen besonderen Anstrich in den Farben weiß und braun-metallic lackiert“, erklärt Isabel Schütte.  Tina Nitsche

Vom Ernten und Säen

Oliver Uschmann über einen Dorfsommer in Corona-Zeiten

Glitzerwasser liegt auf den Buchsbaumblättern. Auf dem Pflaster bilden sich täglich neue Pfützen. Der Himmel wechselt zwischen kristallklarer Sonne und kurzen Regenstürzen. Petrus bringt genau das Wetter, das man Anfang Oktober erwarten darf und lenkt damit auf unverantwortliche Weise von der Klimakrise ab. Wie kann er es wagen?

Im Supermarkt liegen die Dominosteine. Ein Bagger hat gemächlich, aber gnadenlos die ehemalige Fundgrube weggeknabbert.

Wir schreiben den Herbst im ersten Jahr von Corona, den achten Monat der Epoche des „neuen Normal“. Als das letzte Mal so ein Wetter herrschte, war es Februar. Man sah noch die untere Hälfte der Gesichter aller Dorfbewohner, die Nachrichten waren multithematisch und einen Sprühspender zur Handdesinfektion gab es nur an der Theke von Benedikt Angelkort. Zwar kannte man bereits die schlechte Kunde von diesem seltsamen Virus aus China, doch der Karneval fand statt und die Leipziger Buchmesse versicherte noch eine Woche vor Startbeginn, dass sie ganz sicher stattfände. Dann kamen der erste Lockdown, die große Pause, die Klopapier-Not, der flugzeugfreie Himmel und die Stille auf der A1, deren Rauschen nicht mehr länger das halbe Dorf erfüllte.

 

Die Natur gedeithte prächtig und auch die Apelernte konnte sich sehen lassen. Fotos: Sylvia Witt
Gute Ernte

Seither leben wir alle anders, doch eines blieb unverändert, was ich an diesem Dorf so liebe: Man ist füreinander da. So etwa, als ich Ende August dringend Äpfel brauchte. Was war geschehen? Die Natur hatte sich in diesem von Regen und Sonne in perfektem Teamwork gesegneten Sommer nicht davon abhalten lassen, schamlos zu gedeihen, als hätten hoch bezahlte Philosophen nicht spätestens anlässlich der Pandemie davor gewarnt, sich weiter dem Dogma des Wachstums zu unterwerfen. Bei uns im Garten auf der Hombrede brachte der Apfelbaum nach einem Jahr Pause solide Ernte, dank eines herzhaften Erhaltungsschnitts im vorherigen Herbst. Dennoch reichte es nicht für die 50 Kilogramm, die Bernadin Schenk in seiner Mosterei an der Merschstraße als Mindestmenge pro Kunde ansetzt. Was macht man da in diesem wunderbaren Dorf?

Man telefoniert. Kein Facebook, kein Twitter und kein LinkedIn sind nötig, um die richtige Hilfe zu finden – in Herbern bilden die Menschen das soziale Netzwerk. In meinem Fall frage ich gerne Benedikt Angelkort, der im Keller seines Ladens vor den Bildschirmen sitzt wie einst Captain Picard auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise. Oder Birgit Sendermann in der Fundgrube, die schon lange aus dem weggeknabberten Haus neben die Apotheke gezogen ist. Der Laden macht dort seinem Namen im doppelten Sinne Ehre. Zum einen, weil sich darin tatsächlich immer ein Spontankauf findet. Zum anderen, weil Birgit wirklich alles besorgen oder vermitteln kann. Ich würde mich nicht wundern, wenn sich über sie auch der heilige Gral auffinden ließe, oder zumindest ein paar kasachische Söldner, falls man im Bekanntenkreis mal ein paar Argumente untermauern muss. Dieses Mal verschaffte sie mir den Kontakt zu einem sehr netten Paar, dessen Apfelbäume zu zahlreich sind, um den Ertrag selber zu konsumieren. Ich durfte in Gartenhose und Sommerhut bei Ihnen pflücken, bis ich meine fünfzig Kilo zusammen hatte.

Die Batterie ist leer

Einige Wochen später. Die zweite Welle rückt an. Im Radio purzeln ständig die gleichen Verben durch den Auto-Lautsprecher. Jemand „warnt“ oder „zeigt sich besorgt“. Zügel werden „angezogen“ und Maßnahmen mal „verschärft“ und mal „gelockert“. Die Nachrichten sind monothematisch und Sprühspender zur Handdesinfektion gibt es längst überall. Bei Angelkort hängt er nicht mehr dezent an der Theke, sondern steht mitten im Raum, genau dort, wo wir in unschuldigen Zeiten unsere Bereitschaft zur Glasfaser per Unterschrift bekräftigen sollten. Gefühlt wählen wir Deutschen in ein paar Wochen den US-Präsidenten und Markus Söder ist Landesvater, Bundeskanzler und deutscher Kaiser. Neue Worte sind in das Vokabular der Deutschen eingezogen. Hässliche Worte, spaltende Worte, wie „Corona-Leugner“, „Schlafschaf“ oder „Covidiot“, in Gebrauch auf jeweils einer der beiden Seiten, die es anscheinend nur noch gibt in einem mentalen Bürgerkrieg, der das Dorf allerdings verschont hat. Zwischen Vogelrute und Westerwinkel, Südstraße und Papenbrede, habe ich diese Worte noch nicht gehört. Sie tropfen eher aus dem besagten Autoradio und machen mich furchtbar müde.

Die Batterie ist leer. Meine seelische, aber offenbar auch die des Wagens, denn beim Drehen des Schlüssels bleibt das Radio still. Kein Trump. Kein Drosten. Kein Söder. In einer Großstadt wäre nun Verzweiflung angesagt. Im Dorf radelt man zu Andreas Pflaum hinter der Tankstelle und hört: „Ich bin in zehn Minuten bei dir.“ Mehr noch: Man weiß, dass dies bedeutet, auf dem Rückweg ordentlich in die Pedale zu treten, denn schon nach sieben Minuten steht der Meister vor der Tür, überbrückt den Wagen und verschafft ihm über Nacht ein neues Kraftzentrum.

Böse Saat

Das Auto meinte zu mir, neue Batterie hin oder her, diese Kurzfahrten ins Dorf müssten nicht sein. Ich spreche viel mit Maschinen. Mit Pflanzen noch mehr, sicher, aber auch mit dem Wagen, dem Laptop, sogar der Spülmaschine. Es hilft. So bin ich also mit dem Rad ins Dorf runter für meine tägliche Runde. Immer Post, fast immer Fundgrube, manchmal Hönekop. Im Sommer stand die ganze Zeit unser neuer Roman Lost Levels auf dem Strandstuhl in der Schaufensterdekoration bei Benedikt, was meine Frau Sylvia Witt und mich besonders freute, da dieses neue Hartmut-Buch das erste ist, das auf unserem eigenen Verlag Edition Hombrede erscheint, den wir wie unsere Webseite nach der geliebten Straße benannt haben, die auf der ganzen Welt nur ein einziges Mal existiert.

Jetzt stehen Grablichter im Schaufenster und Besinnungsbücher, denn bald schreitet man an Allerheiligen über den Friedhof. Es steht zu hoffen, dass dort nicht passiert, was ich im Dorf heute hören muss. Ich sage nicht, von wem, aber ich halte es für glaubhaft. Das Denunzieren hat begonnen, diese böse Saat des Virus. Menschen schwärzen andere an. Die Gastronomie und den Einzelhandel, wenn in deren Räumen mal ein Kunde die Maske falsch trägt. Ich gebe zu, mich regt es auch auf, dass viele denken, Sars-Cov2 trete den Weg in den Körper über die Poren der Haut am Kinn an, aber niemals käme ich auf die Idee, einen kleinen, derzeit ohnehin kämpfenden Unternehmer zu denunzieren, weil einer seiner Kunden sich falsch verhält. Was soll der Unternehmer tun, im trubeligen Tagesbetrieb? Einen Sicherheitsmann einstellen für ein zusätzliches Gehalt in Zeiten der Krise, der nichts anderes macht, als Kunden niederzuringen, die sich nicht an die Gesetze halten? Und falls ja, wo sollen all diese Wachleute herkommen? Vielleicht sind die kasachischen Söldner ja doch noch zu besorgen.

Ich selbst bin vorsichtig bis zur Neurose, seit Monaten. Ich nehme die Gefahr sehr ernst. Zeugen werden wissen: Ich gehörte schon vor Corona zu denen, die bei jedem Besuch Benedikts Desinfektionsgerät leerpumpten. Meinen ersten Auftritt seit Monaten, in der Kaminwelt Neuer zu Lüdinghausen, habe ich auf der Bühne mit Maske gespielt! Aber dass die Krise sogar hier im Dorf wieder den „autoritären Charakter“ hervorbringt, wie Erich Fromm das einst nannte, das enttäuscht mich dann doch. Wenn der Virus sogar das soziale Netzwerk der Wirklichkeit in ein asoziales verwandelt, haben wir alle verloren, nicht nur gesundheitlich.

Ohne Maske läuft in diesem Jahr nichts. Foto: Sylvia Witt
Ein Schlückchen am Fenster

Die Morgendämmerung zieht auf über dem Acker hinter dem Haus. Dieses Jahr wächst wieder Raps, eine Augenweide. Weich tanzen die Stängel im Wind. Das Gelb der Blüten verbreitet Hoffnung. Der Kater hat mich schon um fünf geweckt. Es sei so viel zu tun, unter anderem endlich mal den Beitrag für Daheim – Die Dorfkolumne schreiben. Auf der Fensterbank steht ein Karton mit Apfelsaft, wie ein quadratisches Fässchen samt Zapfhahn. Ich ziehe mir einen und trinke. Er schmeckt besser denn je zuvor, denn er verbindet unsere Äpfel und die von lieben anderen Menschen. So soll es sein. Anders wäre der Wurm drin. Oliver Uschmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine-Welt-Gruppe lädt zum ganz besonderen Gottesdienst

Neue Marmeladenglas-Aktion startet

Am Sonntag, 25. Oktober, lädt die Eine-Welt-Gruppe Ascheberg um 10 Uhr zu einem besonders gestalteten Gottesdienst der Weltmission ein.  Das diesjährige Thema in der Pfarrkirche St. Lambertus lautet dann: „Selig, die Frieden stiften und Solidarität leben.“

Missio stellt dabei Westafrika in den Blickpunkt,. Denn diese Region zählt zu den ärmsten der Erde. Die Menschen dort leiden besonders unter Krieg und islamistischen Terror. Das Coronavirus überfordert die Gesundheitssysteme und verschärft zusätzlich die Konflikte.

Die Eine-Welt-Gruppe Ascheberg startet eine neue Marmeladenglas-Aktion. Foto: Eine Welt Gruppe Ascheberg

Nach dem Gottesdienst startet die Eine-Welt-Gruppe Ascheberg dann überdies eine neue Marmeladenglas-Aktion. „Jeder Cent zählt “ heißt es dann. Was es bedeutet? Ganz einfach in den Marmeladengläsern wird Kleingeld gesammelt.

Was für den einzelnen ein bisschen Kupfergeld ist, bedeutet in der Summe echte Hilfe für das Projekt „Unterstützende Hilfe für Menschen in Not “ in Lima/Peru.

Leere Gläser können aus der Kirche mitgenommen werden und mit Münzen gefüllt am Misereor Sonntag 2021, bei den Kontaktpersonen der Eine-Welt-Gruppe (Mechthild Rüschenschmidt / Maria Aßmuth) oder im Pfarrbüro abgegeben werden.

KFD sagt Bücherherbst ab

ASCHEBERG. Es tut uns ja leid, dass wir hier schon wieder mit einer Absage aufwarten. Aber das ist der derzeitigen Situation geschuldet. Um es kurz zu machen: Auch der für den 28. Oktober anberaumte KFD-Bücherherbst ist nun gecancelt. Das hat KFD-Teamsprecherin Birgit Bolte mitgeteilt.

Nicht etwa, weil jetzt hier Corona-Fälle aufgetreten wären, sondern als reine Vorsichtsmaßnahme und Reaktion auf die derzeit steigenden Zahlen. Einen Ausweichtermin gibt es nicht, somit dürfen wir uns dann auf das kommende Jahr freuen. Aber wie heißt es doch so schön? Ja genau: Vorfreude ist die schönste Freude! Tina Nitsche

Standby-Modus ist angesagt

Die ersten beiden Termine der geplanten Veranstaltungsreihe „Hofverkauf mit Ascheberg trifft sich“ sind definitiv abgesagt

„Wir stehen auf Standby!“ In einem Satz beschreibt Steffi Schulze-Wenning die derzeitige Situation. „Hätte ich eine Kristallkugel, würde ich da sehr gerne reinschauen, denn was heute wichtig ist, ist Morgen unter Umständen Geschichte“, fährt sie fort und kann deshalb nur für den Moment sprechen. Und da hat sie nun die Reißleine gezogen für den geplanten Hofverkauf, in den freitags dann jeweils die Veranstaltung „Ascheberg trifft sich“ integriert werden sollte.

Der Hoffnungsschimmer

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Denn bis jetzt steht noch ein Termin: Vom 5. November bis 8. November steigt der Hofverkauf. Will heißen, dass sich Ascheberg dann am 6. November in der Zeit von 18 Uhr bis 22 Uhr trifft. Anders, nicht am Katharinenplatz, sondern an der Lüdinghauser Straße 17. Und mit dem nötigen Abstand. Musikalisch untermalt von Domenico de Angel und Andrea TiAmo.

Domenico de Angel und Andrea TiAmo sorgen am 6. November musikalisch für den richtigen Schwung bei der Veranstaltung „Ascheberg trifft sich anders“. Foto: Tina Nitsche

„Die anderen beiden Termine, also der Hofverkauf vom 22. bis 25. Oktober und der am 20. Oktober bis 1. November, die finden nicht statt“, macht Steffi Schulze-Wenning deutlich. Warum? Auch diese Frage lässt sie nicht unbeantwortet.

„Einer meiner Angestellten hatte Kontakt zu einer auf Covid 19 positiv getesteten Person“, sagt sie. Daraufhin hat sich die Aschebergerin umgehend mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt.

„15 Minuten direkter Kontakt reichen aus, um sich anzustecken und das zieht dann unweigerlich die Quarantäne nach sich“, hat sie gelernt. „Ich konnte jetzt nicht sagen, ob der Kontakt 10 oder 12 Minuten gedauert hat, und wie genau der Abstand war.“ Sie hat deshalb die Konsequenz daraus gezogen. „Wir als Veranstalter haben schließlich eine Verantwortung und ich hatte ein ungutes Gefühl, deshalb haben wir uns dazu entschlossen die ersten beiden Veranstaltungen abzusagen.“

Für sie hat da die Gesundheit ganz klar Vorrang. Auch wenn es wirtschaftlich für sie sicherlich keine leichte Situation ist. „Wir waren startklar, und das in jeder Hinsicht. Ebenso wie Lutz Walter und Ascheberg Marketing als Veranstalter von Ascheberg trifft sich, sowie die musikalischen Gäste.“ Nun bleibt den Organisatoren nur eines. „Wir warten ab und bleiben im Standby-Modus.“  Tina Nitsche

Info:
Stand jetzt findet der Hofverkauf inklusive Ascheberg trifft sich für das dritte Veranstaltungsdatum (5- bis 8. November) statt. Dennoch betonen die Veranstalter, dass sie aufgrund der derzeitigen Corona-Situation da nur vom jetzigen Zeitpunkt ausgehen können. „Wir wissen nicht wie sich die Gesamtsituation weiterentwickelt, also werden wir auch da entsprechend reagieren“, so Walter und Schulze-Wenning abschließend.

 

Was die Zukunft wohl bringt?

KFD Ascheberg lädt zum Bücherherbst ins Pfarrheim

ASCHEBERG. Ob in Köln, Hamburg oder San Remo, die Fragen am Neujahrsmorgen sind die gleichen: Was bringt die Zukunft? OK, wir stehen hier nicht vor dem Neujahrsmorgen, aber gerade in dieser Zeit treibt auch uns zumindest die Frage um, nach dem was da wohl zukünftig kommt.

Aber zurück nach Köln, Hamburg und San Remo und damit back to the 50th. Denn hier nimmt die zweibändige Saga „Und die Welt war jung“ von Bestsellerautorin Carmen Korn ihren Auftakt. Drei Familien, drei Städte, ein Jahrzehnt. Startpunkt ist dabei der 1. Januar 1950. Und die Ausgangsfrage an diesem Morgen ist wie gesagt: „Was bringt die Zukunft?“ Klingt auf jeden Fall spannend. Mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Nur so viel: Dieses Werk hat Uta Hansen am Mittwoch, 28. Oktober, auf jeden Fall mit im Gepäck, wenn die KFD ab 20 Uhr im Pfarrheim St. Lambertus zum Bücherherbst lädt.

Natürlich dürfen Leseratten da auch auf weitere unterhaltsame Büchertipps gespannt sein. „Männer in Kamelhaarmänteln“ klingt da ebenfalls sehr vielversprechend. „Das ist das neue Werk von Elke Heidenreich“, erklärt Uta Hansen und verspricht: „Das ist auf jeden Fall auch mit von der Partie beim Bücherherbst.“ Die Fachfrau von Bücher Schwalbe will für diesen Abend einen bunten Mix zusammenstellen. Neben Utas Lieblingsbüchern sind auf jeden Fall auch Jugend- und Kinderbücher, Krimis oder Bücher aus dem politischen Genre im Gepäck.

Damit verspricht der KFD-Bücherherbst, der natürlich unter den notwendigen Corona-Maßnahmen stattfinden wird, unterhaltsam zu werden. „Zumindest Stand jetzt“, erklärt KFD-Teamsprecherin Birgit Bolte, das die für den 28. Oktober geplante Veranstaltung, wie vieles andere in Zeiten wie diesen, mit dem Prädikat „unter Vorbehalt“ versehen ist. „Wir können in dieser Situation ja lediglich erst mal planen und müssen dann von jetzt auf gleich reagieren“, ergänzt Bolte.

Also, gehen wir vom jetzigen Zeitpunkt aus, wartet am 28. Oktober ab 20 Uhr ein buntes Lesevergnügen im Pfarrheim. Je nachdem wie sich die Corona-Situation entwickelt, müssen die Veranstalter jedoch flexibel bleiben, womit wir dann wieder bei der Ausgangsfrage wären: „Was die Zukunft wohl bringt?“ Tina Nitsche

Info:
Anmeldungen zum Bücherherbst sind aufgrund der aktuellen Situation erforderlich. Sie können telefonisch bei Maria Aßmuth unter 025 93 – 70 67  oder via Email unter info@kfd-ascheberg.de erfolgen.

Andere Zeiten – neue Wege

Corona hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht

ASCHEBERG. Wie heißt es doch so schön? Ach ja: Es kommt immer darauf an, was du daraus machst. Gerade in Zeiten wie diesen, wo uns ein kleines Virus quasi kalt erwischt hat und nun immer mehr unser Leben bestimmt.

Doch diese Pandemie kann durchaus auch Positives bewirken, „uns neue Seiten offenbaren“, sagt Alexandra Speemann. Auch für sie hat sich vieles geändert in der Corona-Zeit. Aber sie hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil. Sie ist zur kreativen Höchstform aufgelaufen.

„Ich habe immer schon ein Faible für das Kreative gehabt“, erzählt sie. Oft hat sie da auch die Kreativ-Angebote der Kolpingfamilie genutzt. Außerdem hat sie schon immer mal gerne über den Tellerrand geschaut. „So haben ein paar Freundinnen und ich  mit großer Freude ab und zu Kurse der Floralen Manufaktur in Lüdinghausen besucht“. Und da hat sie ein Rüsthandwerk an die Hand bekommen, das sie nun hobbymäßig ausgebaut hat. Sie fertigt florale Kränze. Und das aus Naturmaterialien. „Als Hundebesizerin bin ich natürlich oft draußen unterwegs und in der Natur findet man Unmengen an Materialien.“

Kunst via Online Kurs

Sie hat sich auf neue Wege begeben. Hat auch die neue Form von Kursen absolviert, die seit dem Corona-Stillstand ganz neue Möglichkeiten eröffnen. „Statt Kurse mit Freunden zu besuchen, habe ich in diesem Fall das Angebot der Floralen Manufaktur genutzt, die Kurse online angeboten hat.“ Natürlich ist das anders, als live in einem Kurs zu sitzen. „Aber es hat durchaus auch Vorteile, man kann diese Kurse im eigenen Rhythmus absolvieren.“ Sich Zeit lassen, das ist auch etwas, was Alexandra Speemann in der Krise gelernt hat. Das allerdings „zieht auch viele Vorteile nach sich. Man geht Dinge viel entspannter an“.

Einfach mal den Blickwinkel ändern

Die Beschäftigung mit der floralen Kunst hat überdies ihren Blickwinkel geändert. „Man schaut jetzt anders, wenn man in der Natur unterwegs ist. Da sieht man so viele herrliche Materialien, da formen sich dann schon während des Spaziergangs immer neue Ideen im Kopf.“ Kastanien, Eicheln, Hopfen, ja selbst Disteln und Beeren faszinieren sie nun auf eine ganz andere Weise. „Ich kann aus all diesen Dingen etwas formen und das ist wunderschön“. Logisch, dass sie da auf dem ein oder anderen Spaziergang viele Dinge aufliest, die besonders jetzt zur Herbstzeit gerade auf dem Boden liegen.

„Man muss nicht immer alles kaufen“, sagt sie, wobei die Strohrömer, die als Grundgerüst für ihre großen Kränze gelten, dann schon angeschafft werden müssen. „Das Gute jedoch ist, man kann sie immer wiederverwenden, wenn beispielsweise mal ein Kranz nicht mehr schön aussieht. Manches ist dann einfach auf, viele andere Dinge kann man jedoch wieder benutzen und daraus Neues entstehen lassen.“ Bis das allerdings soweit ist, dauert es.

Bei Alexandra Speemann hat Corona die kreative Seite zum Klingen gebracht. Foto: Tina Nitsche

„Hier,“ weist die Aschebergerin auf einen wunderschönen Kranz aus Naturmaterialien im Wohnzimmer, „der ist sogar schon drei Jahre alt und immer noch schön.“ Gerade hat sie wieder ein Prachtexemplar fertig gestellt, das nun den heimischen Flur ziert. Verwendet hat sie bis auf den Stacheldraht – die Pflanze musste sie kaufen – nur Naturmaterialien, die sie im Garten und draußen in der Natur gefunden hat. „Da habe ich viele kleine Sträuße gefertigt, die ich dann in zu einem großen Kranz zusammengesteckt habe.“ Die Ideen gehen ihr nicht aus. „Und selbst wenn ich mal kreativen Input brauche, da bietet das Internet viele Möglichkeiten.“

Ihr Stil besticht durch Schlichtheit. Und gerade das lässt ihre Werke zum echten Hingucker werden. Selbst kleine Schalen peppt sie auf diese Weise auf. „Kränze lassen sich ja in allen Größen fertigen, und nicht immer benötigt man dafür einen Strohrömer.“ Die Corona-Zeit hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht. Statt sich von schlechten Nachrichten runterziehen zu lassen, hat sie den Blickwinkel geändert. Oder anders ausgedrückt: Sie hat einfach das Beste aus der Situation gemacht. Denn genau darauf kommt es an. Tina Nitsche