Andere Zeiten – neue Wege

Corona hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht

ASCHEBERG. Wie heißt es doch so schön? Ach ja: Es kommt immer darauf an, was du daraus machst. Gerade in Zeiten wie diesen, wo uns ein kleines Virus quasi kalt erwischt hat und nun immer mehr unser Leben bestimmt.

Doch diese Pandemie kann durchaus auch Positives bewirken, „uns neue Seiten offenbaren“, sagt Alexandra Speemann. Auch für sie hat sich vieles geändert in der Corona-Zeit. Aber sie hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil. Sie ist zur kreativen Höchstform aufgelaufen.

„Ich habe immer schon ein Faible für das Kreative gehabt“, erzählt sie. Oft hat sie da auch die Kreativ-Angebote der Kolpingfamilie genutzt. Außerdem hat sie schon immer mal gerne über den Tellerrand geschaut. „So haben ein paar Freundinnen und ich  mit großer Freude ab und zu Kurse der Floralen Manufaktur in Lüdinghausen besucht“. Und da hat sie ein Rüsthandwerk an die Hand bekommen, das sie nun hobbymäßig ausgebaut hat. Sie fertigt florale Kränze. Und das aus Naturmaterialien. „Als Hundebesizerin bin ich natürlich oft draußen unterwegs und in der Natur findet man Unmengen an Materialien.“

Kunst via Online Kurs

Sie hat sich auf neue Wege begeben. Hat auch die neue Form von Kursen absolviert, die seit dem Corona-Stillstand ganz neue Möglichkeiten eröffnen. „Statt Kurse mit Freunden zu besuchen, habe ich in diesem Fall das Angebot der Floralen Manufaktur genutzt, die Kurse online angeboten hat.“ Natürlich ist das anders, als live in einem Kurs zu sitzen. „Aber es hat durchaus auch Vorteile, man kann diese Kurse im eigenen Rhythmus absolvieren.“ Sich Zeit lassen, das ist auch etwas, was Alexandra Speemann in der Krise gelernt hat. Das allerdings „zieht auch viele Vorteile nach sich. Man geht Dinge viel entspannter an“.

Einfach mal den Blickwinkel ändern

Die Beschäftigung mit der floralen Kunst hat überdies ihren Blickwinkel geändert. „Man schaut jetzt anders, wenn man in der Natur unterwegs ist. Da sieht man so viele herrliche Materialien, da formen sich dann schon während des Spaziergangs immer neue Ideen im Kopf.“ Kastanien, Eicheln, Hopfen, ja selbst Disteln und Beeren faszinieren sie nun auf eine ganz andere Weise. „Ich kann aus all diesen Dingen etwas formen und das ist wunderschön“. Logisch, dass sie da auf dem ein oder anderen Spaziergang viele Dinge aufliest, die besonders jetzt zur Herbstzeit gerade auf dem Boden liegen.

„Man muss nicht immer alles kaufen“, sagt sie, wobei die Strohrömer, die als Grundgerüst für ihre großen Kränze gelten, dann schon angeschafft werden müssen. „Das Gute jedoch ist, man kann sie immer wiederverwenden, wenn beispielsweise mal ein Kranz nicht mehr schön aussieht. Manches ist dann einfach auf, viele andere Dinge kann man jedoch wieder benutzen und daraus Neues entstehen lassen.“ Bis das allerdings soweit ist, dauert es.

Bei Alexandra Speemann hat Corona die kreative Seite zum Klingen gebracht. Foto: Tina Nitsche

„Hier,“ weist die Aschebergerin auf einen wunderschönen Kranz aus Naturmaterialien im Wohnzimmer, „der ist sogar schon drei Jahre alt und immer noch schön.“ Gerade hat sie wieder ein Prachtexemplar fertig gestellt, das nun den heimischen Flur ziert. Verwendet hat sie bis auf den Stacheldraht – die Pflanze musste sie kaufen – nur Naturmaterialien, die sie im Garten und draußen in der Natur gefunden hat. „Da habe ich viele kleine Sträuße gefertigt, die ich dann in zu einem großen Kranz zusammengesteckt habe.“ Die Ideen gehen ihr nicht aus. „Und selbst wenn ich mal kreativen Input brauche, da bietet das Internet viele Möglichkeiten.“

Ihr Stil besticht durch Schlichtheit. Und gerade das lässt ihre Werke zum echten Hingucker werden. Selbst kleine Schalen peppt sie auf diese Weise auf. „Kränze lassen sich ja in allen Größen fertigen, und nicht immer benötigt man dafür einen Strohrömer.“ Die Corona-Zeit hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht. Statt sich von schlechten Nachrichten runterziehen zu lassen, hat sie den Blickwinkel geändert. Oder anders ausgedrückt: Sie hat einfach das Beste aus der Situation gemacht. Denn genau darauf kommt es an. Tina Nitsche

 

 

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