Theo, es war mir eine Ehre

 

Herbern – Noch nicht lange in diesem Dorf wohnhaft, jedoch mit starken Wurzeln hier verankert, erinnere ich mich an den ersten Besuch in der Werkstatt von Theo Krampe.

Ein guter alter Freund gab mir den Hinweis: „Wenn Du mal was an den Schuhen hast…!“.

Nun, ich hatte etwas an den Schuhen, meine leicht versetzte Fußhaltung führte immer schon zu einer stärkeren Abnutzung der äusseren Hackenseiten. Wem das bekannt vorkommt, weiss wie ärgerlich das sein kann. Die besten Sohlen geben irgendwann einfach nach. 

Mit einem weiteren Satz Schuhe von meiner Frau („Irgendwie am Dicken Onkel etwas weiten!“) machte ich mich auf den Weg, wobei der Eingang zum eigentlichen Ort des Handwerkes recht unscheinbar sich zeigte. Ein nüchterner Klinkerbau mit leicht verblichener Edelstahltür empfing mich mit einer deutlich unterkühlten Freundlichkeit.

Hier irgendwo? Wirklich jetzt? Ich bin alte Werkstätten mit Geruch nach Holz, Metall, Öl und Schmierfett gewohnt und ich liebe sie. Aber hier war nur ein Flur im Mehrfamilienhaus.

Bis sich die Tür auftat, nachdem mir ein vorheriger Kunde sprichwörtlich die Klinke in die Hand gab.

Es ist schwer zu beschreiben was ich empfand. Auf gefühlten sechs Quadratmetern ging es zurück in eine besondere Zeit. Eine Zeit bestimmt von kreativer aber auch körperlicher Arbeit. Ich konnte die Berufserfahrung eines Kunsthandwerkers, und das war er, förmlich spüren. Kein Handgriff zu viel, ein kurzer Blick auf Ober- und Unterseite genügte ihm, um Zeitaufwand und Materialkosten zu einem unfassbar günstigen Kostenrahmen zusammenzuführen. Und das ging nur mit einer unglaublichen Liebe zu seiner Passion. 

Das Gespräch war recht kurz, ich stellte mich vor und er fragte mit den Schuhen in der Hand, wo ich denn wegkäme? „Naja, aufgewachsen in Stockum, Mutter von der Rankenstraße, Spetsmann.“ Den Kopf gehoben, die Augen in meine Richtung und er war gedanklich zumindest im Jahr 1960 angekommen. Ein warmes Gefühl umgab auch mich.

Beim nächsten Treffen, (Ja, die Hacken!), empfing er mich mit: „Na, Junge, was gibt es Neues im Dorf?“ Ich erwiderte nicht ohne Stolz: „Wir haben zuhause locker gewonnen und Heinz hatte am Samstag den Recyclinghof mal wieder amtlich im Griff.“ Diesem von Natur aus freundlichen Gesicht konnte ich doch wirklich ein zusätzliches, leichtes Schmunzeln entlocken. Ich nutzte die Gelegenheit um ihn zu fragen, ob ich mal mit meiner Kamera vorbeischauen dürfte, zeigte ihm Aufnahmen von Handwerkern, die ich in den Neunziger Jahren gemacht hatte, und er sagte sofort zu. Ich konnte mich frei bewegen und er führte mich durch alle Arbeitsgänge und die alte Leistensammlung. Nach ein paar Tagen sah er die fertigen Bilder und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 

Monate später war ein mehrwöchiger Auslandsaufenthalt geplant, dafür neue Sommerwanderschuhe bestellt und geliefert. Jetzt machte mein „Dicker Onkel“ Probleme.

Auf zu Theo! „Kannst Du morgen abholen!“. Zwei Tage später in den Flieger, zwei Wochen jeden Tag angehabt, keine Druckstellen, perfekte Arbeit eben. 

Nach der Rückkehr erfuhr ich von der traurigen Nachricht, auch die Beerdigung fand schon statt. Ich hätte ihm gerne die letze Ehre erwiesen. 

Natürlich hat er mich geduzt, ich hätte es mich nicht getraut. Aber gibt es nicht diese unausgesprochene Vertrautheit zwischen Menschen jeden Alters die dieselben Freunde und Verwandten fast so gut kennen wie man selbst, die ihr ganzes Leben ähnliche Werte gelebt haben und damit sehr glücklich geworden sind? 

Und genau deshalb habe ich diese Überschrift gewählt: „Theo, es war mir eine Ehre!“ Christian Lünig

Naschen ohne „Nebenwirkung“

Gabi Heinekes Empfehlungen für den gesunden Weihnachtsgenuss

ASCHEBERG. Was wäre Weihnachten ohne selbstgebackene Plätzchen? In der Tat, da würde dann wirklich etwas fehlen. Und gerade zu diesem Weihnachtsfest war in der heimischen Weihnachtsbäckerei oft viel los. Da nimmt sich auch eine Expertin nicht aus. „Klar, gebacken habe ich auch schon“, sagt Gabi Heineke, Ernährungsberaterin, lächelnd und weist auf einen Teller mit selbstgebackenen Kreationen.

Doch sie hat bei ihrer Backaktion auch den gesundheitlichen Aspekt im Auge behalten. Denn gesunde Ernährung ist für sie eine der Grundlagen, die für das Wohlbefinden der Menschen verantwortlich ist. „Und so ganz nebenbei kann man dabei auch dafür sorgen, dass die Waage nach den Feiertagen nicht mit großen Sprüngen nach oben schnellt“, verrät die Aschebergerin. Ja, denn das ist natürlich eine der unliebsamen Nebenwirkungen, die vor allem das Naschwerk mit sich bringt. „Da lässt sich jedoch prima Gegensteuern“, beruhigt die Fachfrau und verrät wie.

Was Zucker bewirkt

„So kann man beispielsweise Zucker durch Honig ersetzten“, macht sie deutlich. Warum? Ganz einfach. Weil die Energiedichte des Honigs, dem des Zuckers gleicht. „Aber bei Honig handelt es sich um ein Naturprodukt, das im Körper gut verwertet wird und überdies noch das Immunsystem stärkt.“ Eine Tatsache, die gerade in dieser besonderen Zeit sehr wichtig ist. „Denn im Zeitalter von Corona geht nichts über die Gesundheit“, betont Gabi Heineke und fügt an: „Die erste Zutat ist da neben Bewegung und Sport, die richtige Ernährung.“ Und da sei Zucker dann nicht die richtige Wahl. „Denn Zucker ist künstlich hergestellt, deshalb kann er vor allem bei übermäßigem Verzehr auch zu Entzündungen im Körper führen, wenn er nicht richtig umgewandelt wird.“ Bei der Umwandlung ist dann die Bewegung wichtig. Auf diese Weise werde ihm genügend Sauerstoff zugeführt und dadurch können die Nährstoffe über die Blutbahn dann problemlos überall hin transportiert werden.

So lässt sich Hüftgold vermeiden

Gabi Heineke hat natürlich auch die gesunde Variante in der Weihnachtsbäckerei ausprobiert. Beispielsweise mit Wallnuss-Haferplätzchen. „Die Grundzutaten sind ja beim Keksteig im Grunde genommen immer gleich“, sagt sie und benennt diese auch: Eier, Getreide, Fett und Süßungsmittel.  „Aber man kann Zucker durch Honig und Weißmehl beispielsweise durch Dinkelmehl ersetzen, oder durch Haferflocken, Mandel- oder Nussmehl.“ Der positive Effekt: „Auf diese Weise führen wir dem Körper auch noch ausreichend Ballaststoffe zu.“ Diese halten länger satt und der Blutzuckerspiegel bleibt konstant. „Das ist wichtig, denn ein ständiges Auf und Ab des Blutzuckerspiegels ist nicht nur ungesund, sondern durch ständiges Hoch- und Runterfahren des Blutzuckerspiegels kann der Körper auch nicht an die Fettreserven“. Die Folge: Ungeliebte Kilos auf den Hüften und eine Waage, deren Zeiger sprunghaft nach oben schnellt.

Und dabei spielt dann auch das Wie beim Naschen eine Rolle. Da rät die Fachfrau, Kekse beispielsweise als Dessert zu genießen. „Denn das Zwischendurchessen bringt den Blutzuckerspiegel zum Anstieg.“ Das wiederum verhindert, wie schon gesagt, dass der Körper an die Fettreserven geht. „Stattdessen bilden sich negative Transmitter, die sich ablagern und zur Gewichtszunahme, Diabetes und Co. führen“, erklärt Heineke.

Also, gewusst wie, lautet somit das Geheimnis. Dann klappt es auch mit dem Halten des Gewichts, trotz Weihnachtsplätzchen und Co. Wer jetzt vielleicht schnell noch einmal die Keksvorräte zum Fest auffüllen möchte, der kann das gerne tun. Ein Rezept findet Ihr nachstehend. Wir wünschen schon jetzt viel Spaß in der (gesunden) Weihnachtsbäckerei! Tina Nitsche

 

Eine besondere Gemeinschaftsaktion

Sternsinger werden ausgesendet auf Wunsch mit neuem Gewand

ASCHEBERG. Die Nachrichten ändern sich täglich, so dass auf viele anstehenden Termine ein besonderes Auge geworfen werden muss. Das gilt auch für die Sternsinger. Die werden am 2. Januar 2021 ausgesendet, wie die Pfarrgemeinde St. Lambertus heute mitgeteilt hat. Kontaktlos. Damit folgen die Organisatoren der Pfarrgemeinde der Empfehlung des Kindermissionswerk und des Bistum Münster.

Die Sternsingergruppen sind eingeladen, sich mit Kindern und Erwachsenen aus maximal zwei Haushalten zusammenzufinden und dann am 2. Januar 2021, gerne verkleidet, durch die Straßen zu ziehen.

Die Aschebergerinnen Hildegard Fenski und Regine Schöning, die Herbernerinnen Monika Kümer und Elisabeth Hänel sowie die Davensbergerinnen Ute Henrotte und Magdalene Keute. Ohne Unterlass haben ihre Nähmaschinen in den letzten Wochen gerattert.  Denn die Damen haben eine Mission. „Aus diesen schönen Stoffen ein Sternsingerkostüm zu nähen“, weist Hanna Schlinge auf eine Auswahl hochwertiger Stoffe. Wer die Idee dazu hatte? Stefanie Stöppler. (Raumgestalter Stöppler)Sie war es auch, die den Damen der Ascheberger Tafel, die Stoffe und die Bordüren gesponsert hat. „Die Spitzen hat dann Karl Bockholt gespendet“, ergänzt Steffi Stöppler.

Ein „Licht“ in Form einer tollen Idee

Aus all diesen Zutaten hat das Tafel-Näh-Sextett wunderschöne Sternsingerkostüme geschneidert, die nun in den Verkauf gehen. Ein Verkauf zu Gunsten der Tafel. Und da ist Hanna Schlinge, die die Organisation für die Nähaktion übernommen hat, mehr als dankbar. „Auch für die Ascheberger Tafel sind Corona bedingt viele Aktionen weggefallen.  Also fehlen hier Einnahmen, mit deren Hilfe wir sonst die Bestände an Lebensmitteln aufgefüllt hat“, erzählt Schlinge. Doch nun, mit der Idee von Steffi Stöppler, „hat sich da für uns quasi ein echtes Licht aufgetan“, so Schlinge weiter. Denn die Sternsingerkostüme werden für 9 Euro das Stück veräußert. Und das Geld kommt dann komplett der Ascheberger Tafel zu Gute.

„Quasi eine Win-Win-Situation“, bringt es Steffi Stöppler auf den Punkt. Denn die Aktion bringt einerseits der Ascheberger Tafel, anderseits aber auch der Kirche etwas. Denn am 2. Januar sendet die Kirchengemeinde St. Lambertus wieder die Sternsinger aus. Einige Kostüme gibt es da natürlich im Fundus. „Aber, ich weiß von meiner Schwiegermutter, die mich übrigens auch auf die Idee gebracht hat, dass dank ihrer Nähaktion, die sie in Rinkerode und Drensteinfurt durchgeführt hat, die Sternsingerzahlen quasi explodiert sind. Da hat dann sogar die Kirchengemeinde Kostüme gekauft“, verrät Steffi Stöppler.

Die ersten Sternsingerkostüme sind fertig! Insgesamt sechs Frauen der Ascheberger Tafel haben die Nähmschinen rattern lassen und die Idee von Steffi Stöppler (3.v.l.) umgesetzt. Nun Werden die Kostüme beim Raumgestalter Stöppler zu Gunsten der Ascheberger Tafel veräußert. Foto: Tina Nitsche

Die ersten Kostüme haben Regine Schöning, Monika Kümer und Hanna Schlinge zum Raumgestalter Stöppler gebracht. Hier können die Kostüme nun zum Stückpreis von 9 Euro erworben werden.

In der Weihnachtswoche sowie nach Weihnachten sind  die Stöpplers am 21./29. Dezember (Dienstag, 15-18 Uhr) und 22./30. Dezember (Mittwoch, 10-13 Uhr) erreichbar, so dass Abholungen problemlos möglich sind.

Ferner können die Kostüme auch telefonisch unter (0 25 93) 988 98 vorbestellt werden. Bei der Tafel gehen unterdessen die Näharbeiten weiter. Mit viel Spaß und noch mehr Herzblut für die gute Sache. Tina Nitsche

Duo Christmas begeistert Bewohner der Altenheime St. Benedikt und St. Lambertus mit kleinem Weihnachtskonzert

Jürgen Sartorius und Tim Berger begeisterten erst die Bewohner des Malteserstiftes und anschließend im Altenheim St. Lambertus. Foto: Isabel Schütte

Leuchtende Augen und im Takt wippende Senioren. Am Mittwochnachmittag begeisterte das Duo Christmas mit Tim Berger und Jürgen Sartorius die Bewohner des Malteserstiftes St. Benedikt mit einem kleinen weihnachtlichen Open Air Konzert.

Coronaconform saßen die Senioren vor geöffneten Fenstern in der Cafeteria im Erdgeschoss. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil – die Bewohner der Pflegeeinrichtung sangen bei den Weihnachtsklassikern mit und ließen  für sechzig Minuten die Zeit in Vergessenheit geraten. Das Christmas Duo rockte mit Rolf Zuckowskis Weihnachtsbäckerei, aber auch „Feliz Navidad“, „Oh Tannenbaum“ standen auf der Agenda.

Glück braucht manchmal nicht viel. Musik kann man nicht nur hören sondern auch fühlen. Foto: Isabel Schütte

„Einfach nur toll. Die beiden müssen auf jeden Fall wiederkommen“, schwärmte Pflegeleiterin Nicole Fischer. Finanziert und in die Wege geleitet wurde diese Veranstaltung von den Freien Wählern e. V..

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Heitbaum ließ hier seine guten Kontakte spielen. Nach dem Auftritt in Herbern ging es im Anschluss zum Altenheim St. Lambertus. Dort gab es ebenfalls eine Stunde Musik von Sartorius und Berger. Die funkelnden Augen der Bewohner strahlten mit dem Weihnachtsbaum um die Wette. Mehr Dankbarkeit kann man nicht ausdrücken. Isabel Schütte

Warten auf das Christkind

Alle Jahre wieder: Traditioneller Krippenaufbau in der St. Lambertus Kirche

ASCHEBERG. Am Montag gehörte die St. Lambertus Kirche quasi den „12 Aposteln“. So nämlich werden die 12 Seniorenmessdiener liebevoll genannt. Und die erfüllten eine traditionelle Mission: Den Krippenaufbau! Alle Jahre wieder mutiert die muntere Gruppe zum kreativen Handwerkertrupp. So auch am Montag. Da summte die Bohrmaschine, es wurden Holzteile passgenau zusammengefügt, „und Tannen aufgestellt“, ergänzte Küsterin Roswitha Krebs, die ebenso wie Pater Paul, die „12 Apostel‘“ unterstützte. Schließlich gab es jede Menge zu tun, und es waren viele kleine Schritte nötig, bis dann am Ende des Tages die Krippe stand.

Schritte, die ehrenamtlich ausgeführt worden sind. „Und das ist nicht selbstverständlich“, so Roswitha Krebs. Und ihr Dank gilt da nicht nur den fleißigen Helfern in der Kirche, sondern auch der Familien Schulze-Pellengahr. Die hat nämlich die zwei sechseinhalb Meter großen Tannen gespendet, wie auch die fünf Tannen hinter der Krippe. „Mehr noch, die Schulze-Pellengahrs haben die Tannen eigenhändig geschlagen und auch noch zur Kirche transportiert“, verriet die Küsterin. Will heißen, sonntags noch im Wald, haben die Bäume dann montags ihren neuen Platz in der St. Lambertus-Kirche eingenommen.

Logisch also, dass da morgens zunächst einmal das Aufbauen der Tannen für einen Teil des Helfertrupps anstand. Während die einen diese Arbeit übernahmen, bereiteten die anderen dann schon mal das Musik-Podest für die Krippe vor. Für die Helfer gab es jede Menge zu tun. Nach dem Aufbau wurde das Moos liebevoll dekoriert, und die Krippenfiguren aufgestellt. Nur eines war in diesem Jahr anders als sonst. Die ganzen Arbeiten fanden unter den notwenigen Corona Bedingungen statt. Und da hieß es dann auch: Verzicht auf die gemeinsame Stärkung in Form einer warmen Mahlzeit. „Normalerweise erhalten die Männer immer eine warme Mahlzeit und wir setzen uns zusammen, aber das mussten wir in diesem Jahr ausfallen lassen“, so Roswitha Krebs.

Die unverzichtbare Kraft

Was allerdings gleich blieb war eines: Die Liebe mit der die Männer ihrer Arbeit nachgingen, die gute Laune und die Tatsache, dass ein Mann bei dieser Aktion ebenfalls nicht fehlte. Wer das ist? Andreas Schröer. „Andreas hat damals schon als Schuljunge beim Krippenaufbau geholfen, dafür hat er dann sogar immer einen Tag schulfrei bekommen“, verriet Roswitha Krebs. Seit über 20 Jahren ist der junge Mann eine unverzichtbare Kraft im Helferkreis „Krippenaufbau“ und ist aus dem eingespielten Team auch nicht mehr wegzudenken. Denn, „Andreas weiß wo jede Schraube liegt, überdies sitzt bei ihm jeder Handgriff“.

Ohne die ehrenamtliche Hilfe der Seniorenmessdiener, die auch liebevoll die 12 Apostel genannt werden, wäre das Projekt Krippenaufbau gar nicht möglich. Foto: Tina Nitsche

Am Ende des Tages waren alle froh und dankbar, dass wieder einmal alles bestens geklappt hat. Lediglich auf eines müssen die Kirchenbesucher noch warten. Auf das Christkind. „Denn das Jesuskind wird immer erst Heiligabend in die Krippe gelegt“, so Roswitha Krebs. Die unermüdlichen Helfer hingegen haben ihr Handwerkzeug wieder eingepackt, in der Gewissheit, dass sie am Montag nicht nur zur Ehre Gottes, sondern auch zur Freude der Menschen im Einsatz waren. Tina Nitsche

Ungewöhnliche Schätze für die Schatzkammer

Roswitha Krebs und ihre ungewöhnlichen Drahtskulpturen

ASCHEBERG. Mal himmelhochjauchzend, mal nachdenklich, mal ganz gechillt sitzen sie da auf ihren hölzernen Untergründen. Und eines eint diese besonderen Figuren alle: Sie sind aus Draht gefertigt. Von Hand.

Jedes einzelne von ihnen ist ein Unikat und fasziniert den Betrachter nicht nur durch Ausdruckstärke, sondern vor allem auch durch irgendwie menschliche Züge. Roswitha Krebs hat diese ungewöhnlichen Drahtskulpturen erschaffen. Und das Herzblut, das sie in ihre Arbeit investiert hat, spiegelt sich in jeder einzelnen Figur wider. „Ich finde es faszinierend was man aus einer Rolle Draht alles machen kann“, lässt sie ihre Blicke über ihre Werke schweifen. Diese zeugen von enormer Fingerfertigkeit und bestechen vor allen durch die Liebe zum Detail. So wie die Figur, die ein goldenes Herz in den Händen hält, oder die, die sich an Blumen erfreut.

Mal eben so sind sie nicht entstanden. „Je kleiner eine Figur ist, desto aufwendiger hat sich die Arbeit gestaltet“, gibt Roswitha Krebs zu. Minimum vier Stunden hat sie an einer Figur gesessen. Doch damit alleine war es nicht getan. Sie hat ihren Figuren entsprechend ihrer Haltung auch immer einen ganz individuellen Platz zugewiesen. Eine ausdrucksstarke Kombination ist auf diese Weise entstanden. Denn bei den Plätzen hat die Aschebergerin auf Holz gesetzt. „Hier, weist sie auf den kleinen Gechillten, der es sich auf einem Eichenklotz bequem gemacht hat. Andere bringen ihre Vorzüge auf Baumscheiben zum Ausdruck.

Umzug seht an

Noch stehen sie bei Roswitha Krebs im Wintergarten, doch am dritten Advent ziehen die ungewöhnlichen Zeitgenossen aus. Denn Roswitha Krebs trennt sich von ihnen. Für den guten Zweck. „Ich bin im Arbeitskreis Schatzkammer der St. Lambertus Kirche“, erzählt sie. Damit das Spendenbarometer ein wenig weiter nach oben schnellt, hat sie sich etwas überlegt. „Ich werde die Figuren zu Gunsten der Schatzkammer veräußern.“ Das tut sie am 13. Dezember in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr hinten im Turm, „da wo auch die Schatzkammer steht“.

Ausdrucksstark und einzigartig so lässt sich diese ungewöhnliche Drahtkunst von Roswitha Krebs wohl am besten beschreiben. Alle Skulpturen zeichnet eines aus: Sie alle sind handgefertigt und jedes einzelne ist ein Unikat. Foto: Tina Nitsche

Eine Einzelaktion, natürlich unter Einhaltung der Corona Maßnahmen. Aber eine, die zum einen für die gute Sache ist, zum anderen aber auch ein ganz individuelles Geschenk ist. Denn wiegesagt, bei den Skulpturen handelt es sich um Unikate, die es so nirgends zu kaufen gibt. Ab 80 Euro sind die besonderen Zeitgenossen, die übrigens nur in limitierter Auflage daherkommen, erhältlich. „Nach oben sind keine Grenzen gesetzt“, so Krebs. Ihr größter Wunsch ist es, das durch diese Aktion ein wenig Geld für die Schatzkammer zusammenkommt. „Und vielleicht gibt es da ja noch den ein oder anderen Künstler in der Gemeinde, der sich mit einer ähnlichen Aktion für unsere Schatzkammer stark machen würde“, hofft sie, das sich ihre Idee da noch ausbauen lässt. Tina Nitsche