Der Sommer ist zurück

Licht am Ende des Tunnels

Blauer Himmel, Sonne pur und eine Insel, die wieder strahlt. So ist es heute auf Sylt.  Ein Traum, das ist es worauf wir zwei Wochen lang gewartet haben.

Eigentlich wollten wir heute traditionell für Kaffee und Kuchen in die Kupferkanne, mit Blick auf die nicht endende Menschenschlange haben wir uns dann spontan anders entschieden. Also auf Richtung Rantum in die Kaffeerösterei. Hier haben wir einen Platz gefunden. Entspannung sieht aber leider anders aus, unser Sohnemann hat minütlich auf die Uhr geschaut, damit er bloß pünktlich zu seinem Date kam. Also auch hier wieder alles zack zack, man will ja auf nichts verzichten. Passte natürlich auch alles.

Edlich sind unsere Freunde aus Hamburg angereist. Während wir bisher nur die extravagante Nachbarschaft ertragen mussten, ist jetzt Licht am Ende des Tunnels.  Endlich normale Menschen…… So langsam kommen wir auf Sylt an. Leider  ist fast schon wieder Entspurt angesagt. Ist ja eigentlich immer so. Man fährt, wenn es am Schönsten ist, jedes Jahr dasselbe. Isabel Schütte

 

 

 

 

 

Zwei Herberner auf Sylt

Klatsch und Tratsch auf dem Campingplatz

Zwei Wochen Sylt liegen heute bereits hinter uns. Fazit: Viel Regen und Sturm aber auf engem Raum nochmehr Familienfreizeit.  Wir schauen mal, ob das Wetter besser wird. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nie.

Nachdem die Heckluke vom Wohnwagen auf dem Auto Zug abgeflogen ist haben wir zusätzlich noch ein Blech hier liegen , was irgendwie komisch unterm Auto hang und von Thomas entfernt wurde. Aber alles kein Problem, morgen reisen unsere Freunde aus Hamburg an und KFZ Meister Knuth repariert dann alles. Die Ersatzteile bringt er ebenfalls vom Festland mit.

Unser Nachbar Mr. Camper musste übrigens seine Dusche abbauen. Der Platzwart hat sein Konstrukt kontrolliert und es für nicht gut befunden.  Jetzt läuft er anstatt 20 mal sogar 30 mal um den Wohnwagen herum. Ich glaub ehrlich, der hat irgendwelche Zwangsstörungen. Aber das liebe ich ja beim Camping. Alle wissen über alles Bescheid. Viel anders als unser Dorfleben ist das nicht. Herrlich.

Auf Sylt zu Hause: Barbara Lohmann und Stefan Riedl

In Kampen, wo die Reichen und Schönen zu Hause sind hab ich auch zwei Herberner Namensvettern ausfindig machen können. Stefan Riedel hat hier ein Architektbüro und Barbara Lohmann ein Modegeschäft.

Ansonsten läuft alles ganz gut.  Wenn das Wetter nicht so gut ist, hat man Zeit für lange Spaziergänge oder Stippvisiten in der Meersalz Manufraktur, der Kaffeerösterei, der Bonscherei oder der Sylter Meeresgärtnerei. Langweilig wird es uns nicht, dafür sind wir ja auf Sylt.  Isabel Schütte

 

 

 

Maskenschutz und die Kunst des Kochens

‎Morgendliche Rush Hour

Dieses Masken tragen nervt ja fast jeden.  Auch Sylt ist geprägt hiervon. Der einzige Ort, wo Masken wirklich Sinn machen ist beim Betreten der sanitären Anlagen hier auf dem Campingplatz.  Die sind hier super sauber, dass will ich nicht sagen. Aber zur sogenannten “Rush Hour“ um 9 Uhr, wenn gefühlt jeder zu Toilette muss, geht  hier täglich die Kloparty ab. Eigentlich muss man  Kopfhörer aufsetzen, damit man diese Geräusche nicht mitbekommt.  Das ist wirklich der Punkt beim Camping, den ich manchmal ausradieren möchte.

Thema Wetter: Es gab jetzt wirklich zwei Tage keinen Regen, bombastisch. Als ich mich  gerade noch hierüber gefreut habe, habe ich das Regengeräusch vernommen. Ach, dass wird wieder ein unvergesslicher Tag. Ich weiß es jetzt schon.

Wahrscheinlich sind aufgrund des wechselhaften Wetters und natürlich wegen Corona in der Strandkorbhalle in Westerland  noch mehr als die Hälfte der Strandkörbe verfügbar. Wo sonst in den Sommermonaten alles ausgebucht ist, sieht es in diesem Jahr anders aus.  

Auch auf dem Campingplatz in Wenningstedt sieht man viele freie Plätze. Restaurants spontan aufsuchen kann man vergessen, es ist alles komplett ausgebucht.  Die Stimmung  auf der Insel ist eine andere in Corona Zeiten, dass kann man auf jeden Fall sagen. 

Im übrigen haben sich unsere Kinder gestern im Nudeln kochen versucht.  Die Zubereitung war gut,  Probleme gab es beim Abschütten des Nudelwassers. Die Nudeln landeten alle auf dem Abfluss. Kann passieren, wir hatten ja noch ein Paket Nudeln.  Das hat dann auch alles unfallfrei geklappt.  In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende. Isabel Schütte

 

 

 

Badetag am Strand und auf dem Campingplatz

Bunter Urlaubsmix

Gestern konnten wir  nach endlosen Regen-und Sturmtagen mal wieder mit Sonne zum Strand. Es war toll…. Kreischende Möwen, Kinder die Muscheln sammeln, wir haben Wickinger Kubb gespielt. Es war schön, bis zu dem Zeitpunkt, als der Boden vibrierte.  Ein Bagger fuhr  über den Strand, um zu seiner Baustelle zu gelangen. Die war auch nicht weit von uns entfernt, dass durften wir dann auch hören.  Egal, wir sind ja nicht anspruchsvoll, wenigstens gab es Sonne.

Als wir am Nachmittag unsern Strandtag beendet hatten, fuhr doch tatsächlich das Shopping Queen Auto vor uns her. Diesmal waren wir ganz nah dran. Der Wagen stoppte direkt an der Wenningstedter Promenade. Da ich da rein zufällig auch gerade hin musste, bin ich hin zum pinken Auto. Zwei Damen erzählten mir von ihrer Shopping Tour auf Sylt. Natürlich hab ich auch ein Foto gemacht, dieses darf ich aus vertragsrechtlichen Gründen aber nicht im Blog hochladen.  Das Motto war auf jeden Fall: “Keine Krise bei der steifen Brise“. Damit wäre das Kapitel jetzt auch geschlossen.

Zurück auf dem Campingplatz ging es weiter.  Unser Nachbar hatte endlich seine Outdoor Dusche ausprobiert —nach einer Woche war es soweit. Die eigens angebrachte Konstruktion mit seinen Wasserschläuchen und Anschlüssen am gemeinsamen Wasserhahn hat irgendwie gehalten.

Erst stand er drunter, dann seine Frau und dann wurde der Hund abgebraust.  Alles schön und gut. Was ich dann nicht verstanden habe war, dass alle anschließend mit dicker Winterjacke, Schal und Mütze rumgelaufen sind. Vielleicht funktionierte der Temperatur Regler nicht, ach ist auch wurscht. Jetzt sind ja alle erstmal wieder sauber.

Den Abend haben wir in der Tiroler Stuben ausklingen lassen.  Urlaub kann so schön sein. Isabel Schütte

Steine schleifen am Hafen und Sandstrahlen am Strand

Der Aussteiger Stefan Ahrens steht seit zwanzig Jahren im Sommer in einem geländefähigen Hanomagwagen am Hörnumer-Hafen. Dort schleift er gemeinsam mit Kindern Fossilien. Auch unsere Kinder waren jedes Jahr hier und haben ihre Steine geschliffen, heute haben wir Stefan einen kleinen Besuch abgestattet. Hier hat er erzählt, dass er im Frühjahr wieder in der Sahara war und von dort neue Fossilen mitgebracht hat. Wenn seine Arbeit mit den Lütten mit einem Lächeln belohnt wird, ist Stefan glücklich., „Was Schöneres gibt es für mich nicht“, sagt Stefan Ahrens.

Für unsere Kinder ist der Mann in Hörnum ein Stück Kindheit. Wenn ihr auf Sylt seid, stattet dem Mann mit dem Hanomag auf jeden Fall einen Besuch ab, es lohnt sich.  Am Hafenbecken wurde ich fast Opfer eines Möwenangriffs. Ich hab das Vieh wohl zuviel mit der Kamera genervt. Aber Gott sei Dank hab ich ja noch die Kurve bekommen und wurde verschont.

 

Lange Spaziergänge am Strand, sich den Wind um die Ohren wehen lassen. Das stellt man sich vom Urlaub vor. Die Realität sieht in diesem Jahr anders aus. Husch, husch hin zum Strand, warten bis man zugesandet ist und dann beim Wolkenbruch  die Tasche packen und im Schweinsgalopp zurück. Wisst ihr eigentlich wie anstrengend das ist? Immer dieser Stress im Urlaub, zusätzlich piekst der Stand an den Beinen durch den Wind. Man wird sozusagen Sandgestrahlt. Aber morgen gibt es einen Lichtblick, die Sonne soll rauskommen. Wir haben heute zwei Tage Urlaub nachgebucht, damit wir wenigstens noch ein paar Sonnentage erhaschen.

Im übrigen hat unser Nachbar ein paar seiner Kräutertöpfe heute geschrottet. Jeder normale Mensch würde die zerbrochenen Töpfe mitsamt Inhalt entsorgen. Aber Mr. Camping  hat es anders gelöst. Er hat die Scherben beschriftet und sie in die anderen Töpfe gesteckt. Der ist doch ein pfiffiges Kerlchen, dass muss ich wirklich sagen. Isabel Schütte 

 

Shopping Queen auf Sylt

  1. Schnappatmung und Einsatz in luftiger Höhe
Und wer wurde auf der Insel gesichtet?

Da fahren wir ganz entspannt durch Westerland und auf einmal kreischt es von der hinteren Sitzreihe. Mit Blick nach rechts wusste ich sofort den Grund. Da stand er, der pinke VW Bus mit dem Krönchen. Der Traum vieler Frauen. Einkaufen zum Nulltarif und dann auch noch auf Sylt.  Der absolute Hammer.

Mit diesem Gefährt werden die Teilnehmer der Fernsehsendung “Shopping Queen“ mit Modedesigner Guido Maria Kretschmer durch die Stadt kutschiert,  um dann ihr optimales Outfit zu finden.  Shopping Queen ist also auf der Insel. Was bei den Damen Schnappatmung auslöst, belächeln die männlichen Familienmitglieder nur. Wie kann man überhaupt diese Sendung gucken, ist ja eh immer das Gleiche. Zur Information sind es aber die beiden, die dreimal hintereinander in den gleichen Shop gegangen sind, weil sie noch das eine oder andere kaufen mussten. Wir haben noch kurz geschaut ob wir zwei  Frauen sehen, die wie wild durch die Friedrichstraße rennen —Leider Fehlanzeige.  Somit bleibt es beim Selfie vor dem Bus.

Die zweite Woche auf unserer Insel ist mittlerweile angebrochen. Das Wetter ist aufgeklärt, für eine Stunde am Tag. Sensationell.  Der Sturm hält ebenfalls an, es herrscht absolutes Badeverbot an den Stränden.  Ebenfalls ist aufgrund von Corona das Spaßbad “Sylter Welle“ geschlossen.  So macht Urlaub einfach doppelt Spaß.

Einsatz in luftiger Höhe: Was tut „frau“ nicht alles, um trocken nächtigen zu können? Fotos: Schütte

Mia musste heute in einer regenfreien Zeit auf unseren Camper klettern und die provisorisch mit Plane zugeklebte Dachluke erneut verkleben. Diese hatte sich durch den Sturm  gelöst und hing fast daneben.  Schließlich möchten die Mädels auf ihrer Seite  weiter schön im Trockenen schlafen. Die demolierte Dachluke ist nämlich direkt über ihrem Bett.

Wo es gestern noch geheißen hat, das das Wetter am Donnerstag besser wird wurde wohl schon revidiert. Erst in einer Woche kommt der Sommer zurück.  Das sind doch mal Aussichten. Aber ich seh es positiv…. Die Natur braucht ja immer viel Wasser und die Landwirte müssen sich in diesem Jahr keine Sorgen um ihr Getreide machen. Hat ja auch was Gutes.   Der einzige Vorteil den dieses Wetter hat ist, dass ich meine Nachbarn auf dem Campingplatz  nicht so oft sehen muss.  Sind alle in ihren Wohnwagen, denn draußen ist es längerfristig kaum auszuhalten. Isabel Schütte

DOC ESSER AUF SYLT

Lachen ist die beste Medizin

Der Lagerkoller hat Einzug gehalten. Ferien im Wohnwagen auf Deutschlands schönster Insel. Seit zwei Tagen gibt es keine Sonne mehr.  Nachts denke ich in regelmäßigen Abständen, dass wir gleich mit Kind und Kegel abheben. Ich habe weder mit Sturm oder Regen ein Problem, aber alles in Maßen. Und nicht so! Ich raste aus, eigentlich kann hier nur noch ein Arzt helfen.  Und siehe da, jemand hat mich erhört.

Doc Esser hab ich auf Sylt getroffen. Ein Arzt , der den Westen fitter machen möchte. War klar – ich treffe in meiner schlecht Wetter Depression keinen Psychologen sondern einen Fitness Guru, der trotz Windstärke neun noch Sport treibt. 

Aber Doc Esser ist wirklich ein cooler Typ.  Bereits im zweiten Jahr startet er gemeinsam mit dem WDR  die Aktion: “Doc Esser macht den Westen fit“. Die Menschen in sechs Regionen Nordrhein-Westfalens dokumentierten ihre Leistungen, nach jeder Challenge (Schwimmen, Radfahren oder Laufen). Am Ende werden die fleißigsten Sportler der Region ausgezeichnet. Während seines Urlaubs  auf der Insel hat  der sympathische Doc jeden Tag  seine 12 Kilometer abgelaufen, Regen und  Sturm zum trotze, das erwähnte ich ja bereits . Ich ziehe den Hut, ehrlich.  Mir reicht schon der Gang mit Sack und Pack durch die Dünen bis hin zum Strand.  Aber das nur am Rande.

Ich habe Doc Esser ein paar Fragen gestellt. 

Herr Esser, in Zeiten von Corona, hat sich der Urlaub dadurch verändert?

„Ja, man merkt schon das es anders ist. Die Menschen im Norden sind meist reservierter, was mir immer schon positiv aufgefallen ist. Jetzt machen es alle. Das mit der Maske nervt. Heute musste ich Wasser holen und meine Maske war vorher weggeflogen. Da ich bereits an Covid-19 erkrankt war und jetzt Antikörper besitze, bräuchte ich gar keine Maske. In dem Lebensmittelgeschäft gab es trotzdem Diskussionsbedarf, weil ich das Ding nicht aufhatte.“

Ihr nächstes Ziel auf Sylt oder sportlich gesehen?

„Mein nächstes Ziel wird tatsächlich schon wieder die Heimat sein. Aber Sylt ist schon wieder gebucht. In den Herbstferien werden wir wieder auf die Insel kommen. Wir haben die Insel erst vor drei Jahren kennengelernt und seitdem sind wir auch wirklich ein bis zweimal hier.“

Also, wenn einer mit dem Doc auf Sylt laufen will, im Herbst ist die nächste Gelegenheit hierzu.  Mit Blick nach draußen werde ich heute mal UV Licht im Solarium buchen.  Die Wetter App verspricht Besserung. Ab Donnerstag kehrt der Sommer wieder zurück. Sind dann ja nur noch 3 Tage und der Rest von heute. Isabel Schütte

 

Stippvisite von Marie Ligges und Johanna Schulze Thier

    Auch die heimische Reiterprominenz tummelt sich auf der Insel. Foto: privat

Bevor ich wieder anfange mein Leid zu klagen, von wegen schlechtes Wetter und so: —Wir sind dankbar für jeden Tag auf Deutschlands schönster Insel. Es gibt doch nichts besseres als sich mit fünf Personen zehn Quadratmeter Wohnfläche zu teilen. Man  erfährt immer wieder neue Seiten bei seinen eigenen Kindern. Außerdem bin ich jetzt voll drin in der derzeitigen Jugendsprache. Ich soll „meinen Kopf hoch machen“, “meine Base chillen“ und manchmal wird vergessen das ich eigentlich nur ihre Mama bin. Ich werde des Öfteren von den Kids mit “Junge“ angesprochen. So sind sie, die lieben ‚Kleinen‘.

Wie gesagt, viel  ist in den letzten 24 Stunden nicht passiert. Dennoch gibt es auf Sylt  einiges, was mit unserem Dorf verbunden ist.  Im Lebensmittelgeschäft famila zum Beispiel habe ich  Produkte von der Davert Mühle gesichtet. Das gibt der Insel das besondere Etwas, das ist ja wohl klar.

Die Nachwuchsreiterinnen mit Marie Ligges und Johanna Schulze Thier haben ebenfalls etwas Sylter Luft getankt.  Auch wenn sie  heute schon wieder nach Hause gefahren sind, ein kleiner Gruß für die DAHeim Dorfkolumne war auf jeden Fall drin.

Und ein kleiner Nachtrag von unseren Nachbarn. Also Gießen mussten sie ihre tausend Kräuter heute nicht,  ihre Mahlzeiten wurden nach drinnen verlegt aber die Dusche wurde heute Mittag ausprobiert. Ob jemand drunter war oder ob es sich um einen Testlauf gehandelt hat, da bin ich nicht wirklich hintergestiegen. Aber ich bleibe natürlich dran. Man hat ja sonst auch nichts zu tun 😂.  Ich kann fast schon sagen, schöne Grüße aus der Anstalt. Isabel Schütte