Standby-Modus ist angesagt

Die ersten beiden Termine der geplanten Veranstaltungsreihe „Hofverkauf mit Ascheberg trifft sich“ sind definitiv abgesagt

„Wir stehen auf Standby!“ In einem Satz beschreibt Steffi Schulze-Wenning die derzeitige Situation. „Hätte ich eine Kristallkugel, würde ich da sehr gerne reinschauen, denn was heute wichtig ist, ist Morgen unter Umständen Geschichte“, fährt sie fort und kann deshalb nur für den Moment sprechen. Und da hat sie nun die Reißleine gezogen für den geplanten Hofverkauf, in den freitags dann jeweils die Veranstaltung „Ascheberg trifft sich“ integriert werden sollte.

Der Hoffnungsschimmer

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Denn bis jetzt steht noch ein Termin: Vom 5. November bis 8. November steigt der Hofverkauf. Will heißen, dass sich Ascheberg dann am 6. November in der Zeit von 18 Uhr bis 22 Uhr trifft. Anders, nicht am Katharinenplatz, sondern an der Lüdinghauser Straße 17. Und mit dem nötigen Abstand. Musikalisch untermalt von Domenico de Angel und Andrea TiAmo.

Domenico de Angel und Andrea TiAmo sorgen am 6. November musikalisch für den richtigen Schwung bei der Veranstaltung „Ascheberg trifft sich anders“. Foto: Tina Nitsche

„Die anderen beiden Termine, also der Hofverkauf vom 22. bis 25. Oktober und der am 20. Oktober bis 1. November, die finden nicht statt“, macht Steffi Schulze-Wenning deutlich. Warum? Auch diese Frage lässt sie nicht unbeantwortet.

„Einer meiner Angestellten hatte Kontakt zu einer auf Covid 19 positiv getesteten Person“, sagt sie. Daraufhin hat sich die Aschebergerin umgehend mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt.

„15 Minuten direkter Kontakt reichen aus, um sich anzustecken und das zieht dann unweigerlich die Quarantäne nach sich“, hat sie gelernt. „Ich konnte jetzt nicht sagen, ob der Kontakt 10 oder 12 Minuten gedauert hat, und wie genau der Abstand war.“ Sie hat deshalb die Konsequenz daraus gezogen. „Wir als Veranstalter haben schließlich eine Verantwortung und ich hatte ein ungutes Gefühl, deshalb haben wir uns dazu entschlossen die ersten beiden Veranstaltungen abzusagen.“

Für sie hat da die Gesundheit ganz klar Vorrang. Auch wenn es wirtschaftlich für sie sicherlich keine leichte Situation ist. „Wir waren startklar, und das in jeder Hinsicht. Ebenso wie Lutz Walter und Ascheberg Marketing als Veranstalter von Ascheberg trifft sich, sowie die musikalischen Gäste.“ Nun bleibt den Organisatoren nur eines. „Wir warten ab und bleiben im Standby-Modus.“  Tina Nitsche

Info:
Stand jetzt findet der Hofverkauf inklusive Ascheberg trifft sich für das dritte Veranstaltungsdatum (5- bis 8. November) statt. Dennoch betonen die Veranstalter, dass sie aufgrund der derzeitigen Corona-Situation da nur vom jetzigen Zeitpunkt ausgehen können. „Wir wissen nicht wie sich die Gesamtsituation weiterentwickelt, also werden wir auch da entsprechend reagieren“, so Walter und Schulze-Wenning abschließend.

 

Was die Zukunft wohl bringt?

KFD Ascheberg lädt zum Bücherherbst ins Pfarrheim

ASCHEBERG. Ob in Köln, Hamburg oder San Remo, die Fragen am Neujahrsmorgen sind die gleichen: Was bringt die Zukunft? OK, wir stehen hier nicht vor dem Neujahrsmorgen, aber gerade in dieser Zeit treibt auch uns zumindest die Frage um, nach dem was da wohl zukünftig kommt.

Aber zurück nach Köln, Hamburg und San Remo und damit back to the 50th. Denn hier nimmt die zweibändige Saga „Und die Welt war jung“ von Bestsellerautorin Carmen Korn ihren Auftakt. Drei Familien, drei Städte, ein Jahrzehnt. Startpunkt ist dabei der 1. Januar 1950. Und die Ausgangsfrage an diesem Morgen ist wie gesagt: „Was bringt die Zukunft?“ Klingt auf jeden Fall spannend. Mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Nur so viel: Dieses Werk hat Uta Hansen am Mittwoch, 28. Oktober, auf jeden Fall mit im Gepäck, wenn die KFD ab 20 Uhr im Pfarrheim St. Lambertus zum Bücherherbst lädt.

Natürlich dürfen Leseratten da auch auf weitere unterhaltsame Büchertipps gespannt sein. „Männer in Kamelhaarmänteln“ klingt da ebenfalls sehr vielversprechend. „Das ist das neue Werk von Elke Heidenreich“, erklärt Uta Hansen und verspricht: „Das ist auf jeden Fall auch mit von der Partie beim Bücherherbst.“ Die Fachfrau von Bücher Schwalbe will für diesen Abend einen bunten Mix zusammenstellen. Neben Utas Lieblingsbüchern sind auf jeden Fall auch Jugend- und Kinderbücher, Krimis oder Bücher aus dem politischen Genre im Gepäck.

Damit verspricht der KFD-Bücherherbst, der natürlich unter den notwendigen Corona-Maßnahmen stattfinden wird, unterhaltsam zu werden. „Zumindest Stand jetzt“, erklärt KFD-Teamsprecherin Birgit Bolte, das die für den 28. Oktober geplante Veranstaltung, wie vieles andere in Zeiten wie diesen, mit dem Prädikat „unter Vorbehalt“ versehen ist. „Wir können in dieser Situation ja lediglich erst mal planen und müssen dann von jetzt auf gleich reagieren“, ergänzt Bolte.

Also, gehen wir vom jetzigen Zeitpunkt aus, wartet am 28. Oktober ab 20 Uhr ein buntes Lesevergnügen im Pfarrheim. Je nachdem wie sich die Corona-Situation entwickelt, müssen die Veranstalter jedoch flexibel bleiben, womit wir dann wieder bei der Ausgangsfrage wären: „Was die Zukunft wohl bringt?“ Tina Nitsche

Info:
Anmeldungen zum Bücherherbst sind aufgrund der aktuellen Situation erforderlich. Sie können telefonisch bei Maria Aßmuth unter 025 93 – 70 67  oder via Email unter info@kfd-ascheberg.de erfolgen.

Andere Zeiten – neue Wege

Corona hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht

ASCHEBERG. Wie heißt es doch so schön? Ach ja: Es kommt immer darauf an, was du daraus machst. Gerade in Zeiten wie diesen, wo uns ein kleines Virus quasi kalt erwischt hat und nun immer mehr unser Leben bestimmt.

Doch diese Pandemie kann durchaus auch Positives bewirken, „uns neue Seiten offenbaren“, sagt Alexandra Speemann. Auch für sie hat sich vieles geändert in der Corona-Zeit. Aber sie hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil. Sie ist zur kreativen Höchstform aufgelaufen.

„Ich habe immer schon ein Faible für das Kreative gehabt“, erzählt sie. Oft hat sie da auch die Kreativ-Angebote der Kolpingfamilie genutzt. Außerdem hat sie schon immer mal gerne über den Tellerrand geschaut. „So haben ein paar Freundinnen und ich  mit großer Freude ab und zu Kurse der Floralen Manufaktur in Lüdinghausen besucht“. Und da hat sie ein Rüsthandwerk an die Hand bekommen, das sie nun hobbymäßig ausgebaut hat. Sie fertigt florale Kränze. Und das aus Naturmaterialien. „Als Hundebesizerin bin ich natürlich oft draußen unterwegs und in der Natur findet man Unmengen an Materialien.“

Kunst via Online Kurs

Sie hat sich auf neue Wege begeben. Hat auch die neue Form von Kursen absolviert, die seit dem Corona-Stillstand ganz neue Möglichkeiten eröffnen. „Statt Kurse mit Freunden zu besuchen, habe ich in diesem Fall das Angebot der Floralen Manufaktur genutzt, die Kurse online angeboten hat.“ Natürlich ist das anders, als live in einem Kurs zu sitzen. „Aber es hat durchaus auch Vorteile, man kann diese Kurse im eigenen Rhythmus absolvieren.“ Sich Zeit lassen, das ist auch etwas, was Alexandra Speemann in der Krise gelernt hat. Das allerdings „zieht auch viele Vorteile nach sich. Man geht Dinge viel entspannter an“.

Einfach mal den Blickwinkel ändern

Die Beschäftigung mit der floralen Kunst hat überdies ihren Blickwinkel geändert. „Man schaut jetzt anders, wenn man in der Natur unterwegs ist. Da sieht man so viele herrliche Materialien, da formen sich dann schon während des Spaziergangs immer neue Ideen im Kopf.“ Kastanien, Eicheln, Hopfen, ja selbst Disteln und Beeren faszinieren sie nun auf eine ganz andere Weise. „Ich kann aus all diesen Dingen etwas formen und das ist wunderschön“. Logisch, dass sie da auf dem ein oder anderen Spaziergang viele Dinge aufliest, die besonders jetzt zur Herbstzeit gerade auf dem Boden liegen.

„Man muss nicht immer alles kaufen“, sagt sie, wobei die Strohrömer, die als Grundgerüst für ihre großen Kränze gelten, dann schon angeschafft werden müssen. „Das Gute jedoch ist, man kann sie immer wiederverwenden, wenn beispielsweise mal ein Kranz nicht mehr schön aussieht. Manches ist dann einfach auf, viele andere Dinge kann man jedoch wieder benutzen und daraus Neues entstehen lassen.“ Bis das allerdings soweit ist, dauert es.

Bei Alexandra Speemann hat Corona die kreative Seite zum Klingen gebracht. Foto: Tina Nitsche

„Hier,“ weist die Aschebergerin auf einen wunderschönen Kranz aus Naturmaterialien im Wohnzimmer, „der ist sogar schon drei Jahre alt und immer noch schön.“ Gerade hat sie wieder ein Prachtexemplar fertig gestellt, das nun den heimischen Flur ziert. Verwendet hat sie bis auf den Stacheldraht – die Pflanze musste sie kaufen – nur Naturmaterialien, die sie im Garten und draußen in der Natur gefunden hat. „Da habe ich viele kleine Sträuße gefertigt, die ich dann in zu einem großen Kranz zusammengesteckt habe.“ Die Ideen gehen ihr nicht aus. „Und selbst wenn ich mal kreativen Input brauche, da bietet das Internet viele Möglichkeiten.“

Ihr Stil besticht durch Schlichtheit. Und gerade das lässt ihre Werke zum echten Hingucker werden. Selbst kleine Schalen peppt sie auf diese Weise auf. „Kränze lassen sich ja in allen Größen fertigen, und nicht immer benötigt man dafür einen Strohrömer.“ Die Corona-Zeit hat bei Alexandra Speemann die kreative Seite zum Klingen gebracht. Statt sich von schlechten Nachrichten runterziehen zu lassen, hat sie den Blickwinkel geändert. Oder anders ausgedrückt: Sie hat einfach das Beste aus der Situation gemacht. Denn genau darauf kommt es an. Tina Nitsche

 

 

„Die Bürger mit einbeziehen“

Drei Fragen an Thomas Stohldreier

Am 13. September sind die hiesigen Kommunalwahlen. Dabei wird in der Gemeinde Ascheberg auch das Amt des Bürgermeisters neu besetzt. Mit Thomas Stohldreier und Monika Verspohl gehen für die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Wir haben beiden Kandidaten unabhängig voneinander drei Fragen gestellt. Wie Thomas Stohldreier diese Fragen beantwortet, das lest Ihr hier:

 

DAHeim: „Wie können Sie sich eine Transparenz bei Verwaltungsabläufen für Bürger vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Ich glaube, es wird zukünftig immer wichtiger, dass wir über verschiedene Kanäle informieren. Da reicht die Zeitung alleine nicht aus. Wenn wir die Informationen über viele verschiedene Kanäle fließen lassen, dann können wir die Bevölkerung im Vorfeld mitnehmen. Damit erzielen wir die besten Ergebnisse, die dann auch von einem Großteil der Bürgerinnen und Bürger akzeptiert werden. Zudem können wir auf diese Weise dann auch immer mal wieder vorstellen, was wir vorhaben.

Weiterhin würde ich mich dafür einsetzen, die Sitzungen im Rathaus zu streamen. Denn auch da können wir die Bevölkerung mitnehmen und an unseren Planungen teilhalben lassen. Die Bürgerinnen und Bürger könnten dann die Sitzungen ganz bequem vom Sofa aus verfolgen und würden auf diese Weise ganz viel mitbekommen.“

 

DAHeim: „Wie möchten Sie zukünftig das Wohnen und Arbeiten in der Gemeinde gestalten?“

Thomas Stohldreier: „Beim Thema Wohnen steht für mich fest, dass wir in allen drei Ortsteilen Bauplätze und auch bezahlbaren Wohnraum schaffen müssen. Ebenso müssen wir uns um die Frage kümmern, wie wir erreichen können, dass ältere Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten ihr Haus gegen eine bezahlbare Wohnung zu tauschen, wenn sie sich verkleinern möchten. Das kann dann auch eine Riesenchance sein, um nicht nur auf die Erschließung neuer Baugebiete zu setzen. Vielmehr hätten wir da dann auch eine Nachnutzung im Blick.

Wichtig ist mir außerdem, dass es ein Wohngruppenangebot für pflegebedürftige Senioren in Davensberg gibt, damit auch sie in ihrer Heimat bleiben können. Wir müssen da auf diesem Sektor mehr tun, da unsere Gesellschaft älter wird.

Wenn es um das Stichwort Arbeit geht, haben wir glücklicherweise in der Gemeinde einen guten Branchemix. Der hat uns gut durch die Krise geführt und ich hoffe, dass das so bleibt. Deshalb ist es wichtig gute Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen. Dazu zähle ich u.a. Erweiterungsmöglichkeiten, aber auch den Ausbau von Kooperationen wie sie derzeit bspw. mit der Profilschule bestehen. Ganz wichtig ist es ferner, eine Verlässlichkeit bei den Steuern zu haben.

Die Schaffung einer guten Infrastruktur ist ein weiterer Punkt. Da sind wir dabei, zum Beispiel bei der Profilschule. Zudem muss die Mobilität angepasst werden. Dazu planen wir im November eine Mobilitätsbefragung, um ein Mobilitätskonzept erstellen zu können, aber auch mehr Möglichkeiten für Bus- und Radverkehr zu schaffen. Das ist für alle Gesellschaftsschichten wichtig.

Weiterhin bin ich mir sicher, dass es künftig mehr Homeoffice-Arbeitsplätze geben wird, da können wir uns in der Gemeinde bereits über eine gute Struktur freuen. Denn hier liegt schon überall Glasfaser und wir müssen da vor allem schauen, dass wir auf dem neuesten Stand bleiben.

Als weiteren Punkt möchte ich noch auf die Einführung der E-Akte verweisen, um so Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen.“

 

DAHeim: „Welche Projekte könnten Sie sich zum Thema Umwelt-/Klimaschutz in der Gemeinde Ascheberg vorstellen?“

Thomas Stohldreier: „Da geht es um Mobilität aber auch um E-Bike- und Car-Sharing. Vielleicht kann dafür dann der Zweitwagen wegfallen. Dieser Sektor ist ein zartes Pflänzchen, damit müssen wir behutsam umgehen. Um die E-Mobilität weiter fördern zu können, benötigen wir vor allem eine andere Lade-Infrastruktur.

Eine wichtige Rolle spielen da weiterhin die Fahrrad-Poller, die für alle drei Ortskerne entwickelt werden. Es gibt schon einen Prototyp. Denn so können die Bürgerinnen und Bürger ihre Fahrräder sicher anketten, was auf der anderen Seite dann vielleicht auch viele animiert, den Weg in den Ortskern mit den Fahrrad zurückzulegen, wenn sie Besorgungen machen möchten.

Ein nachhaltiges DAH ist in meinen Augen die Keimzelle für gute Ideen. Damit die dann umgesetzt werden können, benötigen wir einen gewissen Haushaltsansatz.  Gute Rahmenbedingungen führen zu guten Ergebnissen. Ebenso wenn man Projekte gemeinsam anpackt. Will heißen, wenn wir die Menschen an Projekten beteiligen, anstatt sie von oben vorzugeben.

Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich ferner den papierlosen Rat vorschlagen und auch schauen in welchen Bereichen wir noch auf Papier verzichten können. Da gibt es sicherlich noch so einiges an Potential.“

Foto / Interview: Tina Nitsche

 

„Gespräche mit Bürgern sind unerlässlich“

Drei Fragen an Monika Verspohl

Am 13. September sind die hiesigen Kommunalwahlen. Dabei wird in der Gemeinde Ascheberg auch das Amt des Bürgermeisters neu besetzt.

Mit Thomas Stohldreier und Monika Verspohl gehen für die Nachfolge von Dr. Bert Risthaus gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Wir haben beiden Kandidaten unabhängig voneinander drei Fragen gestellt. Wie Monika Verspohl diese Fragen beantwortet, das lest Ihr hier:

DAHeim: „Wie können Sie sich eine Transparenz bei Verwaltungsabläufen für  die Bürger vorstellen?“

Monika Verspohl: „Ich möchte möglichst alle Menschen in Ascheberg, Davensberg und Herbern erreichen. Dafür gibt es verschiedene Wege. Einfach und unkompliziert ist z. B. ein digitaler Newsletter, der Bürgerinnen und Bürger u. a. über aktuelle Vorgänge/Themen in der Verwaltung, Ratsbeschlüsse und Termine in den drei Orten informiert.

Darüber hinaus ist eine gute Pressearbeit nötig und eine Homepage der Gemeinde, die Prozesse und Planungen der Verwaltung transparent und übersichtlich darstellt. Und bei wichtigen Entscheidungen sind aus meiner Sicht Gespräche mit den betroffenen Bürgern und Bürgerinnen unerlässlich – sei es nun in einer kleinen Runde in Sprechstundenform oder bei einer größeren Versammlung.“

 

DAHeim : „Wie möchten Sie zukünftig das Wohnen und Arbeiten in der    Gemeinde gestalten?“

Monika Verspohl: „Zunächst einmal ist es wichtig, dass es für jede Lebenssituation und jeden Geldbeutel passenden Wohnraum gibt. Das lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen – neuer Wohnraum kann sowohl in Neubaugebieten als auch im Bestand durch Um- und Ausbau entstehen. Dafür möchte ich gerne eine kommunale Beratungsstelle schaffen, an die sich Bürgerinnen und Bürger beim Thema Wohnen wenden können, z. B. wenn ihr Einfamilienhaus zu groß geworden ist und sie es gerne zu einem Zweifamilienhaus umbauen würden.

Beim Aspekt Arbeit ist es von essenzieller Bedeutung, die ortsansässigen Unternehmen zu unterstützen und ihnen gerade jetzt in der Krise zu helfen. Außerdem muss die Gemeinde ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben.“

 

DAHeim: „Welche Projekte könnten Sie sich zum Thema Umwelt-/Klimaschutz in der Gemeinde Ascheberg vorstellen?“

Monika Verspohl: „Ich denke, dass es eine Mischung aus kleinen, leicht umzusetzenden Maßnahmen und größeren, langfristig anlegten Projekten sein muss. Mehr Grünflächen für Artenvielfalt und eine grüne Verwaltung, die in Sachen Umweltschutz mit gutem Beispiel vorangeht, sind recht schnell zu realisieren.

Größere Ziele sind z. B. eine Stärkung des Fahrradverkehrs sowie des ÖPNV, um Autofahrten so gut es geht überflüssig zu machen, sowie der Ausbau von Photovoltaik-, Solar- und Windkraftanlagen zur Energiegewinnung.“

 

Foto/Interview: Tina Nitsche

Spannungsgeladener Abend

Eine Gemeinde liest: Sonja Schober servierte in der Hundeschule Kehrmann einen ungewöhnlichen Thriller

ASCHEBERG. Die Gäste durften sich am Freitag „auf eine Wiederholungstäterin freuen“, so kündigte Marie-Luise Koch (Forum Toruismus Kultur) Vorleserin Sonja Schober im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ in der Hundeschule Kehrmann an.

Und die hatte mächtig viel Spannung im Gepäck. Alleine der Titel „Anonym“ des Werkes von Ursula Ponanzki und Arno Strobl war schon vielversprechend. Ein Buch, das nicht nur von zwei Autoren geschrieben worden ist, sondern die Charaktere, hier spielen die Kommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon die Hauptrolle, auf besondere Weise darlegt. Denn mal sind Handlungen aus Sicht der Kommissarin, dann die gleiche Handlung aus Sicht des Kommissars geschrieben.

Könnte langweilig werden? „Zugegeben, da war ich auch erst skeptisch“, gab Sonja Schober zu und belehrte die 21 Gäste, die  im Garten der Hundeschule Kehrmann zusammentrafen, dann schnell eines Besseren. Und richtig genug, die Zuhörer hingen gebannt an ihren Lippen und lernten die Protagonisten durch den ungewöhnlichen Erzählstil bestens kennen.

Denn wer könnte die Kollegen schon besser beschreiben, als die Kollegen selber? Schnell erfuhren die Gäste, dass es sich beim Kommissar Daniel Buchholz um einen Typen in Designerkleidung handelt. Aus Sicht seiner Kollegin wohl eher Modeopfer. Er beschreibt sie hingegen als zupackend (erstaunlich fester Händedruck) mit guter Beobachtungsgabe, aber dennoch nicht gerade super sympathisch. Die Geschichte besteht aus einzelnen Kapiteln. Dank der Perspektive hatten die Zuhörer Einsicht in die Gedanken der Akteure. Dadurch wirkte die Story persönlicher. Soweit so gut. Mit der unterhaltsamen Vorstellung des Ermittlerteams, die übrigens an einem Tatort zusammentreffen, endete Teil eins der Lesung.

Sonja Schober begeisterte mit dem Werk Anonym im Rahmen einer Gemeinde liest in der Hundeschuhle Kehrmann. Fotos: Tina Nische

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter. Sonja Schober entführte ihre Zuhörer in die Tiefen des Darknet. Und da spielt die Anonymität natürlich eine große Rolle. Spannungsgeladen ging es weiter. Passend dazu wechselten die Gäste und die Vorleserin von draußen in die Halle. Denn am Himmel zogen dunkle Wolken auf. Es schien fast so, als kündigten sie Schockierendes an. In der Tat, das Spannungsbarometer stieg.

In den Tiefen des Darnet

Denn die ausgeblutete Leiche eines Anwalts, ist nur der Anfang des ersten gemeinsamen Falles von Nina Salomon und Daniel Buchholz.  Schnell wird bekannt, dass Mitglieder eines Forums im Darknet, jenem schwer zugänglichen Teil des Internets, abstimmen konnten, welcher von vier Kandidaten sterben sollte. Und die nächste Abstimmungsrunde läuft schon … Die erleben die beiden Kommissare hautnah mit.

Die Gäste tauchten ein ins Geschehen, denn Schober verstand es, fesselnd und mitreißend vorzulesen. Es war ein spannungsgeladener Abend, den Sonja Schober den Zuhörern im Rahmen von einer Gemeinde liest, da servierte. Und so mancher wollte wissen, wie diese Geschichte endet. Und so wird wahrscheinlich der ein oder andere ihrer Empfehlung nachkommen und das ganze Buch lesen. Tina Nitsche

Gesundheitsminister Jens Spahn: Hoher Besuch auf Schloss Westerwinkel

HERBERN. Das akademische Viertelstündchen gönnte sich der prominente Gast, der am Montagnachmittag auf Schloss Westerwinkel erwartet wurde. Gesundheitsminister Jens Spahn kam mit Verspätung nach Herben. Dorthin hatten ihn die CDU-Gemeindeverbände Ascheberg und Nordkirchen eingeladen.

Der Grund: Zuvor war Spahn in Olfen unterwegs. Die Wartezeit überbrückte Maximilian Sandhowe, Vorsitzender CDU-Gemeindeverband Ascheberg, indem er den Bürgern, die im Schlossinnenhof Platz genommen hatten, das CDU Wahlprogramm kurz darlegte. Auch CDU-Bürgermeisterkandidat Thomas Stohldreier konnte das Warten auf den prominenten Gast dazu nutzen, sich vorzustellen.

Doch dann traf Spahn ein und den Bürgern bot sich im Laufe der Veranstaltung auch die Gelegenheit ihm Fragen zu stellen. Welche Fragen ihnen auf der Seele brannten, was Jens Spahn zu kostenlosen Corona-Tests für Auslandsurlauber sagte, wie die Teststrategie ausgelegt ist und wie es sich mit den Freiheitsbeschränkungen verhält, das liebe Leser, könnt Ihr ausführlich in Kürze hier lesen. Tina Nitsche

 

Einfach mal abtauchen….

Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ geht in die fünfte Runde

ASCHEBERG. Schmökern im Werkhaus, mitten auf einem Gemeinschaftsgrundstück, in der Hundeschule, auf dem Bauernhof, im Walnuss-Garten…. Was sagt uns das? Ganz einfach: Trotz Corona heißt es ab Morgen wieder: Eine Gemeinde liest.

Und dabei gibt es bei dem seinerzeit von den Mitgliedern des Forums Tourismus Kultur imitierten Spektakel in diesem Jahr sogar eine Besonderheit. Die beliebte Veranstaltung geht nämlich in die fünfte Runde. Ein kleines Jubiläum also. Und das mitten in einem denkwürdigem Jahr. Schließlich ist 2020 von der Corona-Krise geprägt. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Aber die illustre Leserunde nicht. Die findet statt, wenngleich dabei vieles nicht so sorglos ist wie sonst.

Traditionell hätte die erste Lesung im Rahmen der Italienischen Nacht bei Bücher Schwalbe stattgefunden. Aber die Italienische Nacht fällt aus. „Und bei Bücher Schwalbe ist das mit den Abständen so eine Sache“, erklärt Anke Richter-Weiß, Vorsitzende des Forums Tourismus Kultur. Denn diese müssen in Corona-Zeiten selbstverständlich eingehalten werden. Deshalb finden alle Lesungen draußen statt. „Da können wir Abstände einhalten und müssen dann auch nicht alle eine Maske tragen. Das ist ja gerade bei diesen Temperaturen nicht so angenehm“, so Richter-Weiß. Dennoch macht sie deutlich, wenn es bei einer Veranstaltung zu voll wird, dass dann Masken aufgesetzt werden müssen.

Die bunte Mischung macht’s

Das Team hat einen bunten Strauß an Leseevents zusammengestellt. „Und das trotz dieser schwierigen Zeit dabei 16 Lesungen zusammenkommen, das ist echt beachtlich“, freut sich Anke Richter-Weiß. So wird die doch veranstaltungsarme Zeit auf unterhaltsame Art und Weise ein wenig aufgepeppt. Die bunte Mischung macht’s dabei. So lesen bekannte Größen wie bspw. Jutta Richter, es gehen Hobbyautoren an den Start, oder es lesen Menschen, die einfach Freude am Vorlesen haben. Genres sind dabei viele vertreten, ob Krimi, Erzählungen, Wissenswertes oder spannende Geschichten. Und natürlich passt die Lektüre immer zum Ort an dem sie vorgelesen wird.

Carmen Irmen serviert am Sonntag, 16. August, um 14 Uhr, bspw. im Walnussgarten Byinksytraße, den Genuss-Krimi „Der Wolf im Wallnussbaum“. Passt doch, oder? Angelika Ludwig und Renate Hamann hingegen warten am Sonntag, 23. August, um 19 Uhr in der Gnadenkirche mit Texten diverser Autoren auf, die den Titel tragen: „Was uns trösten kann“.

Auch in diesem Jahr gibt es zum Projekt „Eine Gemeinde liest“ wieder einen Flyer. Hier sind sämtliche Termine und Orte aufgeführt. Die Flyer liegen in Geschäften aus, sind aber auch bei Ascheberg Marketing erhältlich bzw. online veröffentlicht!

Somit dürfen wir uns alle auf einen unterhaltsamen August freuen, wenn da an unterschiedlichsten Orten geschmökert wird und die Menschen dann ganz entspannt jeweils für eine kurze Zeit in andere Welten eintauchen können. Und das tut gerade in Zeiten wie diesen doch gut, oder? Tina Nitsche

„Wenn jeder ein bisschen tut…“ – Zwei Frauen mit einem Ziel

Jutta Nowak und Steffi Stöppler planen ein besonderes Projekt

ASCHEBERG. Zugegeben, diese Corona-Pandemie beeinflusst ja irgendwie schon unser Leben. Vieles ist anders, aber diese ungewöhnliche Zeit hat durchaus auch bewirkt, dass die Menschen andere Wege beschreiten. Denn so manches ist einfach nicht mehr möglich. Auch Jutta Nowak weiß ein Lied davon zu singen. Die ehrenamtliche Arbeit für hilfebedürftige Menschen ist ihr eine Herzensangelegenheit. „Nur in diesem Jahr, ist irgendwie alles anders“, sagt sie. Sie unterstützt viele Institutionen und Menschen, wie u.a.  das Werkhaus St. Georg oder die Ascheberger Tafel. Und sie hat auch die Auswirkungen der Corona-Krise fest im Blick. „Vor allem die Altersarmut nimmt zu. Hart betroffen sind davon vor allem Frauen“. Sie selbst kennt die Schwierigkeiten und aus eigener Erfahrung weiß sie, „wie knapp es dabei oft am Ende des Monats wird.“ Und obwohl sie selbst nicht viel hat, teilt sie gerne und engagiert sich mit Herzblut. Denn ihre ehrenamtliche Tätigkeit birgt auch für sie Vorteile. „Man bleibt mit den Menschen in Verbindung, nimmt am Leben teil und bewirkt Gutes“, beschreibt sie ihren Antrieb.

Als dann im März der Lockdown kam, stand auch sie vor der Frage: „Was mache ich jetzt?“ „Gerade für ältere Menschen hatte diese Phase ja auch Isolation zur Folge“, unterstreicht Jutta Nowak. Sie selbst hatte die Wahl zwischen „vorm Fernseher kleben oder etwas tun“. Sie entschied sich für Zweiteres und aktvierte nicht nur ihre Nähmaschine, sondern auch viele andere Frauen. Die Idee: „Wir können die Zeit ja schon einmal nutzen, um etwas für den Weihnachtsmarkt zu produzieren. Der Erlös soll bedürftigen Menschen zu Gute kommen.“

Lauter Unikate

Mir ihrer Idee rannte sie offene Türen ein. Fortan ratterten bei vielen Frauen die Nähmaschinen, klapperten die Stricknadeln oder es wurde Seife angesetzt. Auf diese Weise entstanden Platzsets, Kissenbezüge, selbst gesiedete mit natürlicher Wolle ummantelte Seifen, Duftsäckchen mit natürlichen Kräutern und vieles mehr. All diese Werke eint eines: Jedes ist ein Unikat, jedes ist handgemacht. Und das aus Stoffen wie reines Leinen oder 100 Prozent Baumwolle. Denn die Nachhaltigkeit hatten die Damen fest im Blick. Auch bei den Körnerkissen, deren Füllung aus Biokörnern besteht. Gleichzeitig erzählen gerade Platzsets und Kissenhüllen zudem ihre eigenen Geschichten. Wie? Durch ihre ungewöhnlichen Verzierungen, zum Beispiel mit Brüsseler Spitze oder Bordüren aus Spanien.

Eine Tatsache, die Steffi Stöppler besonders ins Auge stach. Denn der Umgang mit Stoffen ist schließlich das erklärte Metier ihrer Familie, die sich seit vielen Jahrzehnten als Raumgestalter Stöppler einen guten Namen gemacht hat.

Es war also irgendwie kein Zufall, dass die beiden Frauen nun zu einem besonderen Projekt zusammengefunden haben. Jutta Nowak ist dafür dankbar. „Denn wir haben so viel produziert, doch dann kam eine Absage nach der anderen für alle möglichen Märkte, auf denen wir unsere selbstgefertigten Waren anbieten wollten.“ Also hieß es wieder einmal: Umdenken und andere Wege finden.

Die Corona Zeit aht Jutta Nowak kreativ genutzt. Entstanden sind viele Dinge, alle mit dem Prädikat „Handmade“ und dafür, um bedürftige Menschen zu unterstützen. Foto: Tina Nitsche

Und eben dieser neue Weg führte Jutta Nowak zu Steffi Stöppler. Die Geschäftsfrau ist begeistert über das Engagement von Jutta Nowak für hilfsbedürftige Menschen. Da weder ein Markt noch die Italienische Nacht in diesem Jahr möglich sind, bieten Steffi Stöppler und ihr Mann Bernd nun in ihrem Ascheberger Geschäft an der Biete 2b, eine besondere Möglichkeit. Sie funktionieren einen Teil ihres Ladens zu einer kleinen ungewöhnlichen Marktfläche um, wo die selbstgefertigten Dinge vier Wochen lang zu den Geschäftszeiten ins richtige Licht gerückt werden.

Am eigentlichen Tag der Italienischen Nacht geht’s los

Und an dem Tag, an dem eigentlich die Italienische Nacht steigen würde, geht es dann los. „Denn ab Freitag, den 14. August, können alle, die dieses Projekt unterstützen möchten und Wert auf nachhaltige Dinge legen, die selbstgefertigten Produkte bei uns erwerben. Wir geben das Geld dann an Jutta Nowak weiter, die damit die Ascheberger Tafel, das Werkhaus St. Georg und hilfsbedürftige Menschen unterstützt“, so Steffi Stöppler.

Sie selbst unterstützt diese Idee nur allzu gerne. „Denn vielen von uns geht es ja noch irgendwie gut, doch es gibt immer mehr Menschen, die finanziell wirklich schlecht aufgestellt sind und die Hilfe benötigen. Wenn da jeder nur ein bisschen tut, dann würde es allen ein bisschen besser gehen.“ Gleichzeitig ist es für sie auch eine schöne Gelegenheit, ein wenig an Ascheberg zurückzugeben. „Denn wir sind hier wirklich so toll aufgenommen worden.“

Nun hoffen die beiden Damen, dass ihre Idee gut ankommt. Eine Idee, die zeigt, dass diese ungewöhnliche Zeit in der wir gerade leben, auch Gutes zu Tage fördert. Tina Nitsche

 

Info:
Die Öffnungszeiten von Raumgestalter Stöppler in Ascheberg: Dienstags und freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr. Mittwochs und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Weitere Infos oder Termine nach Vereinbarung unter Tel. 0 25 93 – 98 898

Wer noch Wolle sowie Leinen- und Baumwollstoffe oder Handarbeitszubehör übrig hat, darf sich gerne an Jutta Nowak, Tel. 0 25 93 – 950 922 wenden.

Im Ascheberger Schaufenster der Raumgestalter Stöppler wird während des Ausstellungszeitraums auch eine Zeitgeschichte des ehrenamtlichen Engagements von Jutta Nowak präsentiert.

Lebensmittel werden knapp

Ascheberger Tafel: Warum Reinhard „Opa“ Feldmann sein Ehrenamt so mag

ASCHEBERG/HERBERN. Wenn diese Zeiten eines deutlich machen, ist es die Tatsache, dass vieles schwerer geworden ist. Auch für Einrichtungen, wie die Ascheberger Tafel, die sich dem Ehrenamt verschrieben haben. „Da fehlt es momentan leider an vielem“, gibt Eddi Lütteke zu. So sind frisches Gemüse, Obst, Kartoffeln aber auch haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Reis derzeit Mangelware. „Früher hatten wir Unmengen an Obst und Gemüse, jetzt fast nichts mehr“, machen Lütteke und Hanna Schlinge deutlich.

Der Ascheberger Tagel fehlt es vor allem an Obst und Gmemüse.

Die Corona Krise beschert der Einrichtung auf der anderen Seite jedoch steigende Bedarfsgemeinschaften und damit auch arbeitstechnisch einen Mehraufwand. „Wir benötigen dringend Fahrer zur Verstärkung unseres Teams“, sagt Eddi Lütteke und fügt an: „Das dürfen gerne auch Frauen sein.“ Der Zeitaufwand ist dabei nicht festgeschrieben. „Da kann jeder so helfen, wie er Zeit hat. Egal ob zwei, drei oder fünf Stunden“, erläutert Eddy Lütteke. Gesucht werden Helfer für folgende Tage: montags, mittwochs und donnerstags.

Dringend werden zudem Helfer für das Sortieren von Waren gesucht. „Auch hier gilt: Wir freuen uns über jeden der Zeit hat und uns hilft“, betont Hannah Schlinge.

Der Stellenwert des Euros

Einer, der zwar nicht soviel Zeit hat, aber trotzdem gerne hilft ist Reinhard „Opa“ Feldmann. Sein Ansporn? „Ganz einfach, man selbst lebt als Rentner, der zudem noch in seinem Job weitermachen darf, ja in einer recht komfortablen Zone“, sagt der Herberner und fügt an: „Da gebe ich doch gerne etwas zurück“. Es sei natürlich viel einfacher zu sagen, ich spende 100 Euro, „aber es ist ein Luxusproblem nichts zu machen“. Er selbst hilft da von Herzen gerne. Auch weil er sich seine Zeit, die in seinem Falle begrenzt ist, einteilen kann. Was ihn fasziniert bei seinem Ehrenamt verrät er gerne. „Es ist die Dankbarkeit der Menschen, die zur Tafelausgabe kommen.“ Ihm ist bei seiner Arbeit dort vor allem eines deutlich geworden: „Der Stellenwert des Euros. Es ist so gravierend wie unterschiedlich der Stellenwert von nur einem Euro ist. Für viele Menschen ist das wenig, für andere Menschen hingegen ist das viel.“

Eine Spende

Er selbst zählt alterstechnisch zur Corona-Risikogruppe. Und da hatten vor allem seine Kinder ein wenig Sorgen angesichts seines ehrenamtlichen Engagement bei der Tafelausgabe in Herbern. „Diese Bedenken habe ich aber auflösen können“, so „Opa“ Feldmann. Zum einen sei er gesund, zum anderen weiß er wie umsichtig das Ascheberger Tafel-Team mit der Situation umgeht. „Da wird hinsichtlich Desinfektion, Abstand und Einhaltung der Maskenpflicht echt gut vorgesorgt.“ Selbst die polsterbezogenen Stühle hat das Tafelteam aus dem Verkehr gezogen. „Die sind nun mal nicht einfach zu desinfizieren“, so Hannah Schlinge. Doch eine Sitzmöglichkeit für die Kunden musste trotzdem her.

„Opa“ Feldmann ist eingesprungen und spendierte zur Freude des Tafelteams zwei neue Bänke. Eine große Sache macht er daraus nicht. „Es wurden Sitzgelegenheiten benötigt, die den erforderlichen Hygienestandarts entsprechen mussten“.

Ehrenamt bei freier Zeiteinteilung

Zeit, um sich länger mit der Spende aufzuhalten hat er nicht. „Heute ist Donnerstag und für mich bedeutet das Helfen bei der Tafel“, sagt er. Er tut das von Herzen gerne, „Wie gesagt, ich bin gesund, und diese Tätigkeit bietet mir Flexibilität. Wenn ich mal nicht kann, ist das nicht so schlimm. Aber das ist eher die Ausnahme, denn es sind ja jetzt nicht Unmengen an Stunden, die ich hier absolviere. Ich kann also meine Termine diesem Ehrenamt anpassen.“ Hanna Schlinge und Eddi Lütteke sind dankbar für diese Unterstützung und hoffen, dass sich noch mehrere Helfer finden. Denn die Zeiten sind alles andere als einfach. Ein deutlicher Wandel ist jetzt schon zu spüren. „Und es steht zu befürchten, dass die Zahl der Tafelgänger noch weiter ansteigt“, so Schlinge und Lütteke abschließend. Tina Nitsche

Info:

Wer die Ascheberger Tafel in  Ascheberg oder Herbern als Fahrer oder beim Sortieren von Warn unterstützen möchte kann sich bei  Hanna Schlinge, Tel. 0160- 952 564 36 oder bei Eddi Lütteke, Tel.  0171- 687 374 5 melden