Lebensmittel werden knapp

Ascheberger Tafel: Warum Reinhard „Opa“ Feldmann sein Ehrenamt so mag

ASCHEBERG/HERBERN. Wenn diese Zeiten eines deutlich machen, ist es die Tatsache, dass vieles schwerer geworden ist. Auch für Einrichtungen, wie die Ascheberger Tafel, die sich dem Ehrenamt verschrieben haben. „Da fehlt es momentan leider an vielem“, gibt Eddi Lütteke zu. So sind frisches Gemüse, Obst, Kartoffeln aber auch haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Reis derzeit Mangelware. „Früher hatten wir Unmengen an Obst und Gemüse, jetzt fast nichts mehr“, machen Lütteke und Hanna Schlinge deutlich.

Der Ascheberger Tagel fehlt es vor allem an Obst und Gmemüse.

Die Corona Krise beschert der Einrichtung auf der anderen Seite jedoch steigende Bedarfsgemeinschaften und damit auch arbeitstechnisch einen Mehraufwand. „Wir benötigen dringend Fahrer zur Verstärkung unseres Teams“, sagt Eddi Lütteke und fügt an: „Das dürfen gerne auch Frauen sein.“ Der Zeitaufwand ist dabei nicht festgeschrieben. „Da kann jeder so helfen, wie er Zeit hat. Egal ob zwei, drei oder fünf Stunden“, erläutert Eddy Lütteke. Gesucht werden Helfer für folgende Tage: montags, mittwochs und donnerstags.

Dringend werden zudem Helfer für das Sortieren von Waren gesucht. „Auch hier gilt: Wir freuen uns über jeden der Zeit hat und uns hilft“, betont Hannah Schlinge.

Der Stellenwert des Euros

Einer, der zwar nicht soviel Zeit hat, aber trotzdem gerne hilft ist Reinhard „Opa“ Feldmann. Sein Ansporn? „Ganz einfach, man selbst lebt als Rentner, der zudem noch in seinem Job weitermachen darf, ja in einer recht komfortablen Zone“, sagt der Herberner und fügt an: „Da gebe ich doch gerne etwas zurück“. Es sei natürlich viel einfacher zu sagen, ich spende 100 Euro, „aber es ist ein Luxusproblem nichts zu machen“. Er selbst hilft da von Herzen gerne. Auch weil er sich seine Zeit, die in seinem Falle begrenzt ist, einteilen kann. Was ihn fasziniert bei seinem Ehrenamt verrät er gerne. „Es ist die Dankbarkeit der Menschen, die zur Tafelausgabe kommen.“ Ihm ist bei seiner Arbeit dort vor allem eines deutlich geworden: „Der Stellenwert des Euros. Es ist so gravierend wie unterschiedlich der Stellenwert von nur einem Euro ist. Für viele Menschen ist das wenig, für andere Menschen hingegen ist das viel.“

Eine Spende

Er selbst zählt alterstechnisch zur Corona-Risikogruppe. Und da hatten vor allem seine Kinder ein wenig Sorgen angesichts seines ehrenamtlichen Engagement bei der Tafelausgabe in Herbern. „Diese Bedenken habe ich aber auflösen können“, so „Opa“ Feldmann. Zum einen sei er gesund, zum anderen weiß er wie umsichtig das Ascheberger Tafel-Team mit der Situation umgeht. „Da wird hinsichtlich Desinfektion, Abstand und Einhaltung der Maskenpflicht echt gut vorgesorgt.“ Selbst die polsterbezogenen Stühle hat das Tafelteam aus dem Verkehr gezogen. „Die sind nun mal nicht einfach zu desinfizieren“, so Hannah Schlinge. Doch eine Sitzmöglichkeit für die Kunden musste trotzdem her.

„Opa“ Feldmann ist eingesprungen und spendierte zur Freude des Tafelteams zwei neue Bänke. Eine große Sache macht er daraus nicht. „Es wurden Sitzgelegenheiten benötigt, die den erforderlichen Hygienestandarts entsprechen mussten“.

Ehrenamt bei freier Zeiteinteilung

Zeit, um sich länger mit der Spende aufzuhalten hat er nicht. „Heute ist Donnerstag und für mich bedeutet das Helfen bei der Tafel“, sagt er. Er tut das von Herzen gerne, „Wie gesagt, ich bin gesund, und diese Tätigkeit bietet mir Flexibilität. Wenn ich mal nicht kann, ist das nicht so schlimm. Aber das ist eher die Ausnahme, denn es sind ja jetzt nicht Unmengen an Stunden, die ich hier absolviere. Ich kann also meine Termine diesem Ehrenamt anpassen.“ Hanna Schlinge und Eddi Lütteke sind dankbar für diese Unterstützung und hoffen, dass sich noch mehrere Helfer finden. Denn die Zeiten sind alles andere als einfach. Ein deutlicher Wandel ist jetzt schon zu spüren. „Und es steht zu befürchten, dass die Zahl der Tafelgänger noch weiter ansteigt“, so Schlinge und Lütteke abschließend. Tina Nitsche

Info:

Wer die Ascheberger Tafel in  Ascheberg oder Herbern als Fahrer oder beim Sortieren von Warn unterstützen möchte kann sich bei  Hanna Schlinge, Tel. 0160- 952 564 36 oder bei Eddi Lütteke, Tel.  0171- 687 374 5 melden